Willkommen auf unserem neuen Blog oder auch das #Kalendergate

24. Januar 2013 Gesine Aus dem Leben bei uns

Eigentlich wollte ich den Blog nicht so Hals über Kopf starten und als ersten Artikel hatte ich mir auch was anderes vorgestellt – aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und daher starte ich jetzt mit einem Statement über unseren meinungsspaltendsten Artikel, den Nerd Dreams Kalender, der gerade auf Twitter unpopuläre Beliebtheit erreicht hat.

Für die, die nicht zugegen waren, hier die Kurzzusammenfassung: Anfang Januar hatten wir den Nerd Dreams Kalender ins Sortiment aufgenommen, einen Kalender, auf dem auf 12 Seiten nicht nur (vollständig bekleidete) Models, sondern auch verschiedene Computer abgebildet sind.

Für mich war das zunächst unproblematisch, zwar war man bei uns im Team überwiegend der Ansicht, dass der Kalender aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich schön gemacht sei, aber das ist ja wie so vieles Geschmackssache.

Ich habe nicht daran gedacht, dass sich jemand angegriffen fühlen könnte – die Frauen sind, wie bereits erwähnt, angezogen, ihr Posen größtenteils weder sexy noch lasziv, es sind einfach junge Frauen mit Computern, mehr nicht. Ich persönlich finde in dem gesamten Kalender nichts, was darauf hindeutet, dass die abgebildeten Frauen auf erniedrigende Weise objektiviert oder gar abgewertet würden, aber lasst uns offen darüber diskutieren, weiter unten mehr dazu.

Eventuell könnte man uns vorwerfen, dass er nicht ganz zum Rest unseres Angebotes passt, was sicherlich kein völlig haltloser Vorwurf wäre.

Den Text zum Kalender habe ich (Gesine) übrigens selbst geschrieben. Ich hatte das Ding in meinem Büro liegen, fand ihn persönlich eher albern und lustig und habe mir überlegt, wie man ein solches offensichtlich nicht ernst zu nehmendes Produkt am unterhaltsamsten beschreiben könnte – und bin darauf eingestiegen, die Ironie, die dem Produkt innewohnt, in den Text zu übertragen. Heraus kam das, was Ihr dort lesen könnt. Ich persönlich mag den Text und finde ihn amüsant, er passt auch zum Kalender. Das Feedback unter meinen Kollegen war gut, selbst meine tendenziell eher feministisch denkende Kollegin Valerie fand ihn lustig, so dass ich dachte „alles gut“.

So, was ist nun weiter passiert? Jemand bei Twitter hat ihn ge-re-posted und es hagelte Kritik von feministischer Seite – Am Produkt, am Namen des Produktes, am Text. Ich habe mal versucht, ein paar Beispiele herauszusuchen, damit sich hoffentlich jeder ein Bild machen kann.

Mein Job als Social Media Manager (oder Managerin^^) wäre es gewesen, professionell (!) und sachlich (!) damit umzugehen – Leider habe ich gefailed.

Ich bin auch nur ein Mensch und Social Media ist mehr als nur ein Job, es ist eine Aufgabe. Bevor ich aufstehe, schaue ich nach, was bei Facebook, Twitter & Co. los ist und bevor ich Abends die Augen zu mache, schaue ich im Bett ebenfalls noch mal nach. Ich identifiziere mich sehr mit der Aufgabe und mit der Firma (das muss auch so sein, sonst kann man diesen Job einfach nicht gut machen). Doch genau darin liegt auch ein Problem – wenn es (aus meiner Sicht zunächst einmal unberechtigte) Kritik gibt, nehme ich das persönlich. Es ist nicht immer ganz leicht, im Sinne der Firma ruhig und besonnen zu handeln und ich als eher impulsiver Typ habe da gelegentlich so meine Schwierigkeiten mit. Das darf nicht passieren, ist klar, aber nun ist es eben doch mal passiert – daher schreibe ich nun diese Erklärung – mit ein wenig Abstand auf die Ereignisse und dem Blick auf die Fragestellung, wie wir alle zusammen nun zu einer Einigung kommen können.

Mein Chef möchte dazu auch noch etwas sagen:

Verantwortlich für die Entscheidung, den Kalender ins Sortiment zu nehmen, war ich, einer der Geschäftsführer von getDigital, Philipp. Grundsätzlich ist es uns sehr wichtig, dass Menschen gleichbehandelt werden und das niemand benachteiligt oder denunziert wird.

So bin ich persönlich z.B. für die Einführung einer Frauenquote und es ist mir sehr wichtig, dass wir bei getDigital intern eine Atmosphäre haben, bei der tendenziell frauenfeindliche Sprüche klar unerwünscht sind. Dies setzen wir auch durchaus aktiv durch. Ich bin mir aber unsicher, ab welchem Punkt Erotik zu objektivierend ist: Grundsätzlich denke ich, dass die Darstellung eines leicht bekleideten Frauen- oder Männerkörpers in Ordnung geht und auch eine gewisse Objektivierung lässt sich bei Erotik sicherlich nicht immer vermeiden, aber natürlich muss man aufpassen, dass hierbei eine Grenze nicht überschritten wird.

Diese Grenze habe ich beim Nerd Dreams Kalender als nicht überschritten angesehen, aber vielleicht war ich dabei zu leichtfertig, da er offenbar bei einigen Kunden auf starke Kritik stößt. Auch den Produkttext, den wir dazu geschrieben haben, fand ich in Ordnung, da er meiner Meinung nach das schwierige Thema mit Ironie ein wenig aufgelockert hat. Ich bin aber durchaus lernbereit, was denke ich auch angesichts unserer manchmal ja auch satirischen Produkte nötig ist.

Ich würde mich freuen, wenn wir hier eine lebhafte Diskussion über das Thema eröffnen könnten. Ich verspreche, dass wir vollkommen ergebnisoffen diskutieren, d.h., dass ich durchaus auch bereit bin, den Kalender aus dem Sortiment zu nehmen oder den Text zu ändern. Bitte seht es mir aber nach, wenn ich meist erst in den Abendstunden antworten kann, es gibt wirklich viel zu tun bei uns :)

Edit um ca. 18:20 Uhr: Link auf Tweet von @Throni entfernt, da er in der Vergangenheit extrem beleidigende Tweets zu einem ähnlichen Thema geposted hat. Vielen Dank @tr4nt0r für den Hinweis.

Tags: Chef, Feminismus, Kalender, Kalendergate, Kritik, Nerd Dreams, Produkte

Gesine

Gesine war bei uns die Ansprechpartnerin für Euch auf Facebook und Twitter. Leider hat sie uns Anfang Dezember 2014 verlassen :(

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  • Wird vollkommen aufgebauscht. Ich würde mir da nicht zu viele Gedanken machen, die Karawane zieht weiter und morgen wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

    Es ist eben ein Pinupkalender. So what?

    • Full Ack!

      Es gibt immer Menschen, die sich an irgendetwas hochziehen.

  • Ich schließe mich meinem Vorgänger an. Ist ja wohl der größte Schwachsinn. Macht Euch da mal keine schlaflosen Nächte.
    Ich (als Frau) finde die Kalenderfotos echt schön und wann bekommt man Technik schon so schön präsentiert. Und den Text finde ich richtig gut geschrieben. Gefällt mir und hätte ich nicht anders gemacht.

    • Frank Kratzig

      Diese Feminismusdiskussionen nerven sowieso nur noch und die Art, mit der die meistens geführt werden, führt sowieso eher dazu, dass man blockt und gar nicht auf diesen Mist eingeht. Einfach ignorieren, irgendwann haben diese Leute auch wieder ein richtiges Leben.

  • Ymmit

    Zumal es sich dabei um einen eindeutig ironischen Artikel gehandelt hat. Ich sehe nicht, das ihr die Verantwortung habt, jedem der die Beschreibung liest, auch die Ironie kenntlich zu machen.

    Wenn sich der Verband der Anonymen Bauarbeiter Alkoholiker darüber echauffiert, das ein Hammer mit Flaschenöffner doch den Alkoholismus verharmlose, würden die meisten auch nur den Kopf schütteln.

  • Solaris

    Ich sehe das etwa so wie eine Vorredner… diese Feministinen auf Twitter haben’s ja wohl stark übertrieben, man sollte schon ein gewisses Maß an Ironie verstehen, bzw. was Ironie überhaupt bedeutet… dieses Verständnis fehlt diesen leicht übereifrigen Feministinen wohl leider…

    Dazu dieses Zitat: „Ach kommt, seid ehrlich. Ironischer Sexismus ist immer noch Sexismus. Habt die Eier, das einfach mal zuzugeben.“

    So einen Nonsens hab ich selten gelesen, hier sollte mal jemand Nachhilfe in „Bedeutung des Wortes Ironie“ nehmen! ;P

    Ich mein, dieser Kalender hat eine klare Zielgruppe: Männer. Punkt. Nur weil er nicht unbedingt für Frauen gedacht ist, heißt das noch lange nicht, dass er frauenfeindlich ist. Solche Kalender gibt’s ja auch in ähnlicher Form für Frauen… und da meckert auch kein Mann, dass es männerfeindlich sei, nur weil da ein halbnackter Mann zu sehen ist. Würde da einer meckern, so gäb’s wohl nur Gelächter.

    Ein Beispiel dafür: „Dieses Produkt ist eines von hunderten, dass Frauen zeigt, dass sie in der IT nicht wirklich willkommen sind.“

    Jap, ganz genau! Und da wo es leicht bekleidete Männer zu sehen gibt, wird Männern gezeigt, dass sie nicht willkommen sind. So ein Quatsch!

    Oder noch ein kleines Zitat: „Ich sehe überall Sexismus, weil unsere Kultur voll davon ist. Und euer Lädchen leider, leider auch.“

    Wer überall Sexismus sieht, sollte sich wohl ’ne Brille kaufen oder ein wenig vom hohen Dampfer kommen. Denn (um zum Abschluss einen der ersten Tweets von getDigital zu zitieren):

    „Wo man unbedingt Seximus sehen will,findet man ihn auch-zur Not sogar in Überraschungseiern.“

    So ist’s. Wer sich aufregen will, wird sich auch aufregen… und bei so einer kleinen Kleinigkeit sollte man diese Leute imho einfach ignorieren ;)

    PS. sorry für den langen Kommentar, aber dieses Maß an Schwachsinn Seitens der Feministinen hat mich iwie aufgeregt ^^‘

  • Melanie

    Hallo und guten Tag :)

    Ich mag euren Kalender. Ich fand es einfach abslout klasse, dass keine halbnachte Frau am Meer lasziv dahergeiert. Oder eingeölte Männer auf schwarz-weiß ihren Schlafzimmerblick zur Schau tragen. Er IST witzig und absolut NERDTAUGLICH.
    Ich verstehe im Ansatz die Kritik, welche euch getroffen hat und finde es auch vernünftig, dass darauf reagiert wird.
    Aber mal ganz ehrlich… Überall werden Frauen in eine Rolle gedrängt… Das passiert nicht nur im IT-Bereich, sondern überall. Und wie gesagt… Ihr habt kein Bikinimodel mit kaum Bikini neben den c64 in den Sand gelegt. Ihr habt einen Kalender in euren Shop aufgenommen, der witzig ist! Einfach nur erfrischend anders! Dafür seid ihr da?! Das macht euch doch aus!?
    Sich deswegen jetzt drangsaliert zu fühlen hilft nicht…Um es mal auf die Spitze zu treiben: Ihr müsstet bitte dann auch umgehend den USB-Raketenwerfer aus dem Sortiment nehmen…. Mein Kollege beschiesst mich damit und ich fühle mich durch dieses Produkt gemobbt *ggg
    Der Sexismusschuh passt euch nicht…. ihr braucht ihn nichtmehr anzuziehen

    Viele liebe Grüße und meine allerbesten „auf die Schulterklopfer“

  • Stephan

    Kann mich der Meinung von Christian Schmidt nur anschließen – hab eben auf der Vorschau geschaut und kann da nicht wirklich was bei finden – da wird wohl auch viel reininterpretiert. Die Erklärung finde ich gut – damit sind die Beweggründe gesagt und ich finde, damit ist das dann auch gut – jedenfalls meine Meinung.

  • Simont

    Wäre es echter Sexismus, könnte man es ernsthaft hinterfragen. Hier wurde aber aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Manchen Menschen fehlt es aber im Eifer des Gefecht schlicht am Humor. Lasst den Artikel einfach im Sortiment. Ich wette >99% eurer Besucher stört er nämlich nicht.

  • Meine Güte…. ich versuche gerade, mich nicht als Frau zu sehen… Dieses ganze Sexistengequatsche ist doch nur der Versuch, sich wichtig zu machen, und das „Ich will aber auch ein Nerd sein aber die lassen mich nicht mitspielen“ – Geheule ist mehr als peinlich. Nur weil nur Frauen als „Deko“ herhalten und nicht auch Männer heißt das doch nicht, dass Frauen keine Nerds sein können – wenn das denn ungedingt erstrebenswert ist. Meine Geschlechtsgenossinen neigen öfter dazu, Sachen in etwas reinzuinterpretieren, an die niemals jemand auch nur gedacht hätte – ich nehme mich da nicht aus, aber das hier ist wirklich extrem übertrieben! Das ganze Pseudo-Feministinnen-Gejammer zeugt nur von geringem Selbstwertgefühl. Wenn sich hier jemand beschweren kann, sind es die Computer, gegen deren Zurschaustellung keiner die Stimme erhebt…

  • Benjamin

    Die Problemejener Leute möchte ich haben. Als Mensch, dem diese Tweets heutedie Schamesröte ins Gesicht getrieben hat, möchte ich mich stellvertretend für meine Mitmenschen bei euch entschuldigen.

  • Emerald

    Ganz erhlich? Wenn ein Nerd mit sowas nicht umgehen kann, ist er kein Nerd!
    Jeder Nerd gehört doch quasi einer Minderheit an und wurde deswegen in irgendeiner Form „diskriminiert“.
    Irgendwann sollte man gelernt haben, erwachsen mit sowas umzugehen.
    Zudem sollte man wissen, das Nerds wohl die sind, die Frauen am ehesten als Mensch und nicht als Objekt sehen…
    Macht euch nix draus, alles Trolle und Flamer ;D

  • Hm… irgendwie hab ich echt Probleme, das sexistische an dem Teil (inklusive der Beschreibung) zu erkennen. Oh Moment… ja stimmt, im Text taucht das Wort „nackt“ auf und auf den Bildern sieht man Frauen – SKANDAL.

    Nee mal ganz im Ernst… ich bin eine Frau und mich nervt der Sexismus und vor allem die „Tittenquote“ im Nachmittagsprogramm der Privatsender ziemlich, aber euren Kalender finde ich witzig. Gekauft habe ich ihn mir nicht, aber auch nur, weil ich keine freie Wand mit Platz für nen Kalender mehr habe…

    Naja, wie es mit den meisten Wetterfronten so ist, wird auch dieser Shitstorm irgendwann vorüber ziehen. Bis dahin, Regenschirme auf und abwarten. ;)

  • Es wird immer Leute geben, die das Sexismus-Schild hoch halten und Grenzen des guten Geschmacks verletzt sehen. Es ist einfach schier unmöglich es jedem recht zu machen. Irgend eine(r) fühlt sich immer angegriffen. Von daher bin ich der Meinung, dass ihr dem nicht zu viel Bedeutung schenken und schon gar nicht an euch zweifeln solltet. Mit eurer Stellungnahme zeigt ihr, dass ihr die kritischen Stimmen ernst nehmt. Dennoch müsst ihr deswegen nicht gleich den Kalender aus dem Verkehr ziehen. das wäre meiner Meinung nach übertrieben.

  • Wenn wir Deutschen nichts zu nörgeln haben…

  • boerns

    Ich sag nur: Streisand-Effekt :)

  • Elfriede Nerdinger

    So ein Kalender ist nicht unbedingt klassisch sexistisch in diesem Shop.
    ABER: Die Platzierung eines solchen Produktes zu *dieser Zeit* mit dem derzeitigen Diskurs in der NerdGeekHackerszene ist einfach ungelenk.

    Was mich am meisten daran eher aufregt, ist dass mal wieder DIN-Norm Damen in Nerdverkleidung zu sehen sind. Es ist ein künstliches Stück heisse, normierte Softerotikluft. Menschen die auf tolle MännerKÖRPER stehen sind mal wieder ausgeschlossen. Wir haben auch Augen.

    Die Gleichung

    Erotische Damen = Als normale Deko die sowieso gesellschaftlich „normal“ ist
    Erotische Männer = Sonderthema oder „for Ladies“, „for Gays“

    Das ist das was stinkt.

    Elle

  • Hm … ich bin wohl nicht Frau genug, um den Sexismus zu sehen…
    Den April finde ich übrigens besonders sexy, was eventuell daran liegen könnte, dass der Apple IIe mein erster Computer war. ;)

  • Man kann es wohl niemandem recht machen. Ich finde der Text ist mal eine interessante Abwechslung und natürlich liegt der Sexismus im Auge des Betrachters, jedoch finde ich, dass man halbwegs objektiv doch erkennen könnte, dass die Intention eine andere war. Die Reaktionen sind auf beiden Seiten etwas überzogen – wobei ich nur zu gut verstehe wie sowas eskalieren kann, weil man sich dem Thema sehr verbunden fühlt.

    Fände es jedoch cool, wenn es die Möglichkeit gäbe einen anderen Kalender dieser Machart mit gemischter oder männlicher ‚Deko‘ auch ins Sortiment zu nehmen. Dann wäre wenigstens mit dem Thema „Nerds können auch Frauen sein“ schluss – wobei ich persönlich als weiblicher Nerd nichts dagegen habe schöne Technik von hübschen Mädels präsentiert zu bekommen.

  • Mary Sue

    Wer geballten Sexismus erleben möchte muss sich nur diese Kommentare durchlesen. Da wird mir gleich mehrmals schlecht. Als Frau, als Informatikerin und als Nerd.

    • Ich würde mich freuen, wenn Du inhaltlich in die Diskussion einsteigen würdest. Bisher hat das nur Melanie von den femgeeks getan, worüber ich mich freue, aber es hatten ja noch eine ganze Reihe mehr Leute kritisiert. Also, lasst die Diskussion beginnen ;)

  • Quintessenz

    Ich finde die Reaktionen auf den Kalender nicht nur maßlos übertrieben, sondern halte die Vorwürfe für wahllos aus der Luft gegriffen.

    „Die Frauen sind nur Dekoration“ – das hatte ich eher als selbstironischen Seitenhieb auf das Klischee des Nerds, der mit einer hübschen Frau nichts anzufangen weiß, und sich eher für Technik begeistern kann, verstanden. Und für lustig befunden.

    Wie man aus dem Kalender folgern kann, Frauen wären in der IT-Branche unerwünscht, ist mir schleierhaft. Wenn ein Kalender, der Männern gefallen soll, hübsch gekleidete, gut gelaunte Frauen mit Mimik und Ausstrahlung zeigt, die sich mit Computern befassen, wirkt das auf mich positiv.

    Kurz gefasst: Warum sollten Bilder von Frauen mit Computern ein Symbol für den Ausschluss von Frauen aus der Computerbranche kennzeichnen? Das erscheint mir inkohärent.

    Was hier an Gegenreaktionen zu lesen ist, finde ich auch allerdings auch teilweise unpassend. Kritik mit dem Verweis auf zu geringes Selbstwertgefühl und zu viel Zeit abzuschmettern, ist nicht konstruktiv. Frauen werden diskriminiert (meiner Einschätzung nach zwar nicht hier, aber in zahlreichen Situationen) und als unbetroffener nimmt man das oft nicht so wahr. Es ist ok, andere Leute darauf aufmerksam zu machen, dass man sich angegriffen fühlt. Und darauf sollte die Gegenseite auch eingehen.

    Nachvollziehbar ist es hier allerdings schon, die Kritik am ach so sexistischen Kalender ist so katastrophal destruktiv, haltlos und überzogen, dass es vermutlich schwer ist, darauf noch anders als polemisch zu reagieren.

  • Pingback: Nerd Dreams Kalender()

  • Vielen Dank an alle, die Ihre Meinung kommentiert haben. Es würde mich freuen, wenn noch mehr Leute als Melanie von den femgeeks (siehe Trackbacks unten), die den Kalender und den Text kritisieren, einen inhaltlichen Beitrag leisten würden. Wir wollten uns ja der Diskussion stellen, aber die Kritiker halten sich jetzt leider sehr zurück. Richtig fair ist das nicht, wenn man etwas so stark kritisiert, sollte man es auch begründen…

    • Der Mob streitet des Streits wegen. Argumenten und Begründungen wirst du bei Femastasen vergeblich suchen und außerdem lange auf eine zufriedenstellende Antwort warten müssen.

      • Offenbar nicht, denn inzwischen sind einige gute inhaltliche Beiträge geschrieben worden. Bitte halte Dich außerdem mit Beleidigungen zurück, so etwas wollen wir auf unserem Blog nicht haben.

  • Ohai,

    erstmal danke für den klasse Blogbeitrag inklusive Aufruf zum Dialog und ohne Non-Apologies. :)

    Ich bin eine derer, die den Kalender nicht so glücklich fand, und wahrscheinlich auch eine dieser frustrierten, humorlosen Feministinnen, über die man gern mal herzieht. Von mir stammen folgende Tweets zur Sache:

    http://twitter.com/Lotterleben/status/294383207430901760

    http://twitter.com/Lotterleben/status/294384324453756928

    http://twitter.com/Lotterleben/status/294440486574387202

    Ich nutze die >140Zeichen hier mal um meine unbändige Empörung, die sich ja bereits offensichtlich in meinen Tweets entladen hat, zu erklären.

    Ich find die Fotos des Kalenders eigentlich relativ nett gemacht und hab mit der (expliziten) erotischen Darstellung von Frauen sofern sie im Einverständnis der Abgebildeten geschieht absolut kein Problem. Der Knackpunkt ist ein anderer:

    Dieser Kalender richtet sich an heterosexuelle Männer (mit normgerechten Schönheitsidealen)– Wird aber beworben mit „Nerd Dreams“. Das ist aus folgenden Gründen im gegebenen Kontext problematisch:

    1) Es verstärkt das ohnehin vorherrschende Bild davon, dass Nerds typischerweise heterosexuelle Männer sind. Statistisch gesehen ist dies wahrscheinlich (traurigerweise) nicht einmal falsch. Es trägt aber dazu bei, dass der Rest einer gerade außerhalb der Hetenmännernorm unglaublich diversen community unsichtbar gemacht wird. Gerade für einen Haufen Menschen, die sich sonst damit Brüsten anders zu sein als der Rest der Gesellschaft (in dem männlich, weiß, hetero eben auch der Default ist, für eine detailliertere Erklärung siehe http://whatever.scalzi.com/2012/05/15/straight-white-male-the-lowest-difficulty-setting-there-is/ ) finde ich das mehr als nur ein bisschen schade.

    2) Auch wenn die abgebildeten Damen voll bekleidet sind, bleiben sie, wie der Beschreibungstext richtig formulierte, Deko. Damit reiht sich der Kalender in unzählige Szenerien des Nerd-Alltags ein, in dem Frauen passives Zierwerk sind: Booth Babes auf Conventions, Comic- und Computerspielheldinnen in absurden posen und kostümen ( http://thehawkeyeinitiative.com/, http://aidanmoher.com/blog/2012/04/art/women-fighters-in-reasonable-armor/ ) , die stereotype unfähige Freundin, die immer dann herhalten muss wenn ein vortragender einen DAU braucht (Why hello there, Penny).

    Starke, fähige Frauen sind in der Nerd(pop)kultur selten und die, die es gibt, werden oft unsichtbar gemacht oder müssen dank oben beschriebener Vorarbeit permanent beweisen, dass sie nerdy genug und eben nicht nur Deko sind ( siehe das “fake geek girl” meme http://www.youtube.com/watch?v=J0ggK9-TBVY ).

    In einer eh schon von heterosexuellen Männern dominierten Kultur ist die permanente Erinnerung derer, die keine heterosexuellen Männer sind, daran, dass sie die „Anderen“ im Raum sind, verdammt unschön, bedenkt man doch, dass fast alle Nerds schon einmal mit Ausschlusserfahrungen zu kämpfen hatten.

    Als Frau habe ich zusätzlich wenig Bock permanent daran erinnert zu werden dass ich besonders aufpassen muss, wie ich meinem heterosexuellen männlichen gegenüber gegenüber verhalte: Ist er jetzt nett weil er ne nette Person ist, wir im selben Hackspace rumhängen und gerade an ner coolen Sache basteln oder laufe ich Gefahr, in ein paar Wochen für sein Liebesleben zu Verantwortung gezogen zu werden, weil er dank „Friendzone“-Mythen (http://faeries-everywhere.tumblr.com/post/17418301304/why-the-friendzone-is-bullshit-and-self-proclaimed) und eben besagter einseitiger Darstellung von Frauen in der Nerdkultur der Meinung ist, er hätte einen Anspruch auf mich? ( Und natürlich: Ich schreibe das nicht weil ich so furchtbar von mir selbst überzeugt bin, sondern weil es mit und x anderen Frauen schon oft genug passiert ist. )

    … Das ist jetzt etwas holprig untergetippt, aber ich hoffe mein Standpunkt kommt einigermaßen gut rüber.
    Wie man meiner Einleitung hoffentlich entnehmen konnte halte ich euch keinesfalls für die bösesten Sexisten unter der Sonne, noch möchte ich euch mutwilliges vor-den-Kopf-stoßen irgendwelcher Menschen vorwerfen. Ihr habt’s lustig gemeint, es ist in den Augen einiger in die Hose gegangen, shit happens, 2014 machen wir’s besser. ;) ( http://dentaku.wazong.de/2013/01/24/aber-warum-ist-da-alles-voller-frauen/ *hüstel* )

    • doxanthropos

      Vielleicht wäre dem noch ein Link zur Frage nach der „Humorlosigkeit“ hinzuzufügen: http://kleinerdrei.org/2013/01/warum-denn-so-ernst/

    • Hallo Lotterleben,
      Danke für Deinen Beitrag :)

      Wenn ich das nun richtig verstanden habe, ist der Hauptgrund Deiner Verärgerung der Titel? Weil mit „Nerds“ eigentlich sowohl Männer als auch Frauen gemeint sein sollen, der Kalender aber in erster Linie den visuellen Wünschen heterosexueller Männer entgegen kommt und man daher den Rückschluss schließen könnte, die Allgemeinheit verstehe unter Nerds nur Männer? Wäre dem ganzen also genüge getan, würde man den Kalender in „hetero male (and lesbian?) nerds dreams“ Kalender umbenennen?

      Rein interessehalber würde ich auch gern noch wissen; Dir scheint es sehr wichtig zu sein, dass man Dich als „Nerd“ anerkennt. Warum ist das so? Warum ist es Dir so bedeutsam, dieser Gruppe anzugehören, welchen zusätzlichen Wert hat das für Dich? Bzw. warum möchtest Du, dass andere das anerkennen? Du könntest ja auch sagen, „gut, denken die ganzen blöden Spacken halt, ich sei kein Nerd, sind halt alles Idioten, ich weiß, dass ich eine(r) bin“ oder auch „such ich mir halt ne andere Subgruppe“?

      Du schreibst:
      „Starke, fähige Frauen sind in der Nerd(pop)kultur selten“

      -> Dem stimme ich absolut zu. Mir fällt da zB niemand aus dem deutschen Raum ein, bei den Amerikanern fallen mir auch gerade nur Felicia Day und Rosanna Pansino ein (und wenn man fies sein will könnte man das bei denen auch alles wieder anders interpretieren^^). Ich glaube aber nicht, dass das ausschließlich an der Unterdrückung durch die Männer oder an einem verqueren Frauenbild liegt. Es gibt einfach weniger weibliche Nerds, insofern auch viel weniger starke und fähige und noch weniger, die in der Öffentlichkeit stehen. Und warum gibt es weniger weibliche Nerds? Eventuell aus dem gleichen Grund, weshalb es so wenig männliche Baletttänzer gibt, aber darauf will ich mich nicht festlegen.

      Dazu mag ich auch noch was sagen:

      „Als Frau habe ich zusätzlich wenig Bock permanent daran erinnert zu
      werden dass ich besonders aufpassen muss, wie ich meinem heterosexuellen
      männlichen gegenüber gegenüber verhalte: Ist er jetzt nett weil er ne
      nette Person ist, wir im selben Hackspace rumhängen und gerade an ner
      coolen Sache basteln oder laufe ich Gefahr, in ein paar Wochen für sein
      Liebesleben zu Verantwortung gezogen zu werden (…)“

      -> Das ist kein reines Problem der Nerdkultur, imho. Das passiert einfach immer und überall, wo Männer und Frauen zusammentreffen. Je nach Erziehung, Bildung und kulturellem Hintergrund kann das mal unterhaltsam und mal nervtötend bis höchst unangenehm ablaufen – aber es passiert immer und überall und wenn Du als einzige Frau auf einer LAN auftauchst, dann bist Du genauso ‚Freiwild‘ (Sorry für den Ausdruck), wie wenn Du als einzige Frau in einem Fitnesscenter den Freihantelbereich betrittst (imho quasi Nerdfreiezone). Männer sehen Dich, von Deinem Aussehen mal ab wissen sie, dass Ihr zumindest ein gemeinsames Interesse habt – also ran da, es geht letztendlich immer nur um Paarung, ob Nerd oder Hipster oder Normalo oder was weiß ich, das ist immer das Gleiche….die Unterschiede liegen nur in der Art und im Niveau….

      Jedenfalls glaube ich aus Deinem Text herauslesen zu können, dass der Kalender an sich gar nicht das Problem darstellt, sondern das Problem ist, dass die Bilder einige daran erinnern könnten, dass es möglicherweise Verbesserungsbedarf bzgl. der Geschlechterverhältnisse innerhalb der Nerdkultur gibt… und einige schätzen den Verbesserungsbedarf so hoch ein und gepaart mit eigenen schlechten Erfahrungen und einer angewöhnten Abwehrhaltung, musste dann wohl jemand nur ein falsches Wort geschrieben haben (viell. sogar ich selbst) und dann kochte alles hoch…

      Gut, so weit hab ichs kapiert, macht auch mehr Sinn als dem dusseligen Kalender selbst etwas vorzuwerfen, aber je nachdem, wie viel man in den Subtext hineininterpretiert, kann man da natürlich viel Negatives drin sehen.

      Und nächstes Jahr gibts einen gemischten Kalender mit allen getDigital Mitarbeitern ;)
      Danke noch mal für Dein Statement :)

    • Erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich komme leider erst jetzt dazu, zu antworten. Ich stimme Dir zu, dass es Verbesserungsbedarf in der Nerd-Szene angeht, was den Anteil von Frauen in diesem Bereich angeht. Auch ich habe bereits Kommentare gegenüber Frauen in technischen Berufen erlebt, die extrem ausgrenzend waren (u.a. von Dozenten im Physikstudium, die recht offen der Meinung waren, dass Frauen dort nicht wirklich hingehören). Auch das Argument, dass Frauen zu oft als Deko im Nerdbereich herhalten, sehe ich ein. Vielleicht können wir als Geekshop ja mal eine Aktion starten, die irgendwie auf das Problem aufmerksam macht, aber so wirklich fällt mir noch nichts ein dazu. Als erstes könnten
      wir ja mal einen Blogpost machen, in dem wir um Schilderung von
      Erfahrungen bitten, um die Situation besser kennenzulernen…

      Was den Kalender angeht: Wenn ich Dich richtig verstehe, siehst Du die Darstellung der Frauen in dem Kalender nicht wirklich als Problem an, sondern vielmehr der Kontext, in dem der Kalender beworben wird? Wie könnte man ihn denn dann nennen, um das zu verhindern? Ich selbst bin mir allerdings nicht so sicher, ob das möglich ist, dazu hätte man den Kalender wohl anders aufziehen müssen (z.B. mit echten weiblichen Nerds, bei denen dann jeweils ein Bezug zur Technik hergestellt wird). Mal gucken, vielleicht machen wir ja mal so etwas (allerdings verkauft sich der Kalender nicht wirklich gut genug dafür…)

  • Danke, da war sogar noch einer mehr xD Ist gefixed.

  • Pingback: Gedanken zum Shitstorm gegen getDigitals Nerd Dreams Kalender()

  • Geeksister_Valerie

    Als Bloggerin unter der Schirmherrschaft von getDigital aber mit feministischem Blogthema stehe ich ein bisschen zwischen den Stühlen…auf jeden Fall muss ich eine Lanze für Gesine brechen: http://www.geeksisters.de/gedanken-zum-shitstorm-gegen-getdigitals-nerd-dreams-kalender/

  • Thomas

    Also Bitte! Wer sich hier persönlich angegriffen fühlt und Frauen als Objekte degradiert sieht, hat den Kalender nicht verstanden. Als Gegenangebot wär vielleicht ein Nerd-Männer-Kalender drin, für die White-Knights unter den Twitterern, dann werden mal Männer objektiviert – mal sehen wer sich dann aufregt…
    Ganz ehrlich: Wer hier Sexismus sieht ist ein Wichtigtuer, nichts weiter. Selbst Alice Schwarzer könnte hier nichts dran finden…

  • Cassandra Lill

    Ich muss mich der Kritik anschließen, wobei ich weniger den Kalender an sich, als viel mehr den Produkttext und auch das Statement vom Chef als problematisch sehe.

    Der Kalender ist reine Geschmackssache, und davon kann man/frau halten, was er oder sie will. Ob Frauen erst mit dem Entblößen irgendwelcher Körperteile oder durch gewisse Posen als sexualisierte Objekte wahrgenommen werden oder ob dies schon viel früher passiert, liegt im Auge des Betrachters oder der Betrachterin. Manche sehen in nackten Frauen mit gespreizten Beinen eine Liberalisierung der weiblichen Sexualität, andere regen sich darüber auf und kriegen schon bei der Darstellung von weiblichen/männlichen Stereotypen und der damit empfundenen diskriminierenden Geschlechterrolle Schnappatmung…von daher, über Geschmack lässt sich selten konstruktiv streiten.

    Über Sprache, bzw. die richtigen Formulierungen schon. Gesine, du hast ja auf geeksisters geschrieben, dass man/frau (jaja, hier geht es schon los, nach den aktuellsten wissenschaftlichen Standards ist übrigens die _-Variante die feministisch vertretbarste, also Betrachter_in und so weiter, denn der /-Strich symbolisiert die Dichotomizität und Trennung der Geschlechter, was quasi die Kernkritik der Feminist_innen ist) da schnell in ein Fettnäpfchen tritt.

    Und das ist euch passiert.

    Der Satz „die Mädchen sind nur Deko“ sollte nicht in irgendeinem Produkttext auftauchen. Schon gar nicht, wenn ihr postuliert, dass ihr euch ernsthaft und sensibel mit Themen wie Sexismus und Diskriminierung befasst. Auch nicht, wenn ihr es „nur“ ironisch meint. Für Ironie ist bei der Ernsthaftigkeit des Themas noch lange kein Raum in der Debatte. Diskriminierende und sexistische Äußerungen werden durch den Zusatz „Achtung: Ironie!“ auch nicht weniger sexistisch und diskriminierend. Wobei ihr auch noch verlangt, dass die Ironie selbstständig heraus gelesen wird.

    Und naja…wie soll das gehen? Woher soll der_die Leser_in (ja, das sieht scheiße aus, ist aber korrekt „gegendered“) die Einstellung der Verfasserin teilen? Du kannst ja auch der fette, bärtige Mann am Rechner sein, für den die Mädchen tatsächlich nur Deko sind (Achtung: Klischee! –> aber selbst der Hinweis macht die Aussage nicht besser, oder?).

    Soooo, eins muss ich noch zum Zitat des Chefs loswerden: „Grundsätzlich denke ich, dass die Darstellung eines leicht bekleideten Frauen- oder Männerkörpers in Ordnung geht“.

    Das ist als Meinung sicherlich vertretbar, der Kritikpunkt an dieser Stelle lautet aber: Wo sind die Männerkörper? Fakt ist nun mal, dass es der Frauenkörper ist, der „erotisch objektiviert“ wird und ihr keinen Kalender für weibliche Nerds mit „Männern als Deko“ vertreibt. So lange ihr nämlich keine Produkte im Sortiment habt, die einem nahelegen, dass ihr Körper unabhängig vom Geschlecht tatsächlich gleich behandelt oder darstellen lasst, sind solche Aussage ziemlich fadenscheinig bzw. inkonsequent.

    • Danke für Deinen Beitrag.

      Zum Deko-Thema: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es der Debatte so gut tut, die Dinge so verkrampft zu sehen. Das ich grundsätzlich feministischen Zielen nicht abgeneigt bin, sollte ja inzwischen klar sein, aber eine generelle Ablehnung von Ironie in dem Zusammenhang finde ich übertrieben und den Zielen fürchte ich nicht dienlich. Über den konkreten Produkttext kann man streiten, aber so in der Allgemeinheit sehe ich das anders.

      Zu meinem Statement: Findest Du, dass die Frauen in den Kalender objektiviert werden? Abgesehen davon: Ich hätte überhaupt kein Problem damit, einen ähnlichen Kalender mit Männern zu verkaufen. Eine kurze Umfrage in meinem weiblichen Freundeskreis hat allerdings ergeben, dass zumindest auch viele Frauen der Meinung sind, dass Frauenkörper hübscher anzuschauen sind als Männerkörper, von daher verkauft sich ein solcher Kalender wahrscheinlich mangels Zielgruppe nicht wirklich gut. Aber ich stehe dem Thema aufgeschlossen gegenüber: Wenn Du eine realisierbare Produktidee hast, die das Thema mit Männerkörpern wiederspiegelt und für die eine größere Zielgruppe existiert, nehmen wir das Produkt gerne auf.

    • Hallo Cassandra,
      ich möchte noch ein Mal betonen, dass man den berühmt-berüchtigten Deko-Satz im Kontext sehen muss und nicht für sich stehen lassen soll, denn das führt unweigerlich zu Fehlannahmen. Über das erlaubt-oder-verboten-sein von Ironie zu diskutieren ist mE nicht so sinnvoll, da man das absolut auf unterschiedliche Arten sehen kann und beide Seiten auch mit gleichwertig agierenden Argumenten aufwarten. Ich als Verfechterin von Ironie, Zynismus und Sarkasmus sage klar, dass das (-fast-) überall erlaubt sein muss, ohne den ernsten Themen an Ernsthaftigkeit zu nehmen. Im Gegenteil, ich finde, Ironie hilft, die Dinge auch mal von einer anderen Seite zu betrachten, was ich persönlich sehr wichtig finde, um die Probleme in ihrer Gesamtheit besser zu erfassen und sich auf die Argumente des Gegenüber wirklich einlassen zu können. Aber wie gesagt, man kann das auch anders bewerten. Es ist denke ich auch eine Fall-zu-Fall Entscheidung. Auf den erwähnten Produkttext bezogen finde ich dieses Stilmittel angebracht, aber man kann das sicherlich auch anders sehen.
      Zu den vermissten Männerkörpern: Glaube mir, wenn unser Einkaufsteam einen gleichwertigen Kalender mit Männern statt Frauen aufgetan hätte, wären unsere Chefs die letzten gewesen, die ihn nicht aufgenommen hätten. Insbesondere Philipp ist nämlich tatsächlich feministischer als die meisten Frauen (kaum vorstellbar, aber wahr). Sexistische Witze im Versand oder Pirelli Kalender bspw. duldet er nicht. Wir können aber nichts verkaufen, was es nicht gibt – selber produzieren ist in diesem Fall wohl leider nicht sinnvoll, aufgrund der zu hohen Kosten kombiniert mit einer zu geringen Abnahmezahl. Falls Du aber beim Surfen einem solchen über den Weg laufen solltest, schicke uns gern einen Link und wir werden uns für kommendes Jahr darum kümmern, ihn aufzunehmen – versprochen.

  • Koala

    Huch, ich hatte den letzten von gestern Abend vergessen… das kommt davon, wenn man sowas zu eilig macht.^^

    „Ich
    hab das Gefühl, einige lesen nicht mal, worum es bei der Kritik geht.
    Was ist denn für Euch „Extrem-Feminismus“? Für mich sind
    Extremfeministinnen Frauen, die grundsätzlich Männer und alles Männliche
    verachten und die wiederum Frauen, welche Männer mögen oder sich auch
    gerne mal sexy zeigen, als „Verräterinnen“ beschimpfen.
    Wenn
    das Aufzeigen von eingefahrenen Klischees/Rollenbildern oder
    Ungleichbehandlung „Extremfeminismus“ sein soll, dann weiß ich auch
    nicht mehr, wie man über solche Themen noch reden soll…
    *etwas ratlos zu Bett geht*“

  • Völlig bekloppt, der „Shitstorm“. Ehrlich, haben manche Menschen nichts besseres zu tun als einen netten Kalender kleinzuholzen?

  • Danke, dass Du die Kommentare hier hereinkopiert hast. Leider sind sie so ohne Zusammenhang wirklich ein bischen schwer zu verstehen. Ich habe mal versucht, den Facebook-Thread zu zu lesen: Im Endeffekt geht es Dir darum, dass Du findest, dass der Kalender das Klischee unterstützt, dass Frauen keine Nerds/Informatiker sein können, korrekt?

    • Koala

      Nee, nicht direkt…. mich stört tatsächlich weniger der Kalender, als der Unwille vieler, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Den Kalender sehe ich da eher als „Anstoßpunkt“ der Diskussion. Ich finde es nicht „schlimm“, dass da leicht bekleidete Frauen drin sind, ich finde es aber wichtig, sich mit Dingen wie Objektivierung von Frauen in der Nerdkultur auseinanderzusetzen und sich allgemein der vorhandenen Rollenklischees – bzgl. Männern UND Frauen – bewusst zu sein und drüber zu reden.

      Genauso sehr stören mich die Klischees über Nerd-/Geekmänner (gerade auch, weil mein Freund einer ist). So sehr ich z.B. Big Bang Theory mag und mir bewusst ist, dass Comedy von Stereotypen lebt – wenn sie zum dritten oder vierten Mal zeigen, dass 1. angeblich nur Männer in den Comicbuchladen gehen und diese Männer 2. angeblich noch nie eine Frau aus der Nähe gesehen habe, dann rolle ich schon mit den Augen. Einmal ist es lustig, bei ständiger Wiederholung nervt es.

      Ich finde die Debatte an sich unglaublich wichtig und finde es sehr ärgerlich, wenn NMenschen das Thema mit „habt ihr nix besseres zu tun“ oder „denen ist wohl langweilig“ abtun.

  • Tach miteinander!
    1. Der Kalender ist nicht mein Geschmack. Wenn ich als Nerd der ersten Stunde nackiche Dinger in einem getdigital-Retro-Kalender sehen möchte, dann sind das gestrippte Computer, Platinen und Steckkarten, die damals geil waren – und nicht Männer oder Frauen.
    2. Mit militanten Feminist_/(innen) NIE streiten. Die versteht Ihr nicht, die verstehen Euch nicht. Macht keinen Sinn mit Leuten zu streiten, die man nicht versteht.
    Toleranz ist wichtig, nicht das Streitgespräch ohne Ergebnis.
    3. Ihr habt Euren Standpunkt erklärt, eine Rechtfertigung geschrieben, um eine offene und öffentliche Diskussion gebeten.
    DAS HABT IHR FEIN GEMACHT!
    Wenn jetzt keiner mehr diskutieren möchte, einfach abhaken und nicht beleidigt sein.
    Die nicht-stattfindende Diskussion ist einfach nur peinlich für die Anderen, nicht für Euch.
    4. Weitermachen. Mit Lust, mit Laune und ohne schlechtes Gewissen.
    Wir mögen Euch so wie Ihr seid, bitte weiter im Programm.

    Daumen hoch und viele Grüße,
    Michael.

    P.S. Über einen Kalender mit Retro-Platinen müssen wir noch mal reden! ;-)

  • Viele Menschen verwechseln Ursache mit Wirkung. Was ist wichtig, was unwichtig? Ich habe mir kürzlich mein 17. T-Shirt bei getdigital gekauft. Die Aufschrift ist „Female, Male, Nerd“, mit den typischen Symbolen für männlich, weiblich, und einer Kreuzung aus männlich und dem Symbol für USB-Anschlüsse.

    http://www.getdigital.de/products/Nerdshirt/more/pic#

    Hat mir das Shirt vollkommen gefallen? Nein, ich habe schon bessere hier gekauft. Es wäre ganz nach meinem Geschmack gewesen, hätte es sich bei dem Nerd-Symbol um eine Synthese aus den Symbolen für männlich, weiblich und USB gehandelt.

    Trage ich es dennoch? Klar. Weil meine Haltung in Bezug auf Geschlechter-Rollen zu komplex ist, als dass sie auf einem Shirt Platz hätte.

    Den Kalender werde ich nicht kaufen, weil er viel weniger nach meinem Geschmack ist. Ich könnte es aber vertreten, ihn aufzuhängen, würde er mir von Freunden (egal welchen Geschlechts) geschenkt.

    Was ich Euch damit sagen möchte? Zunächst einmal ein großes Lob an GetDigital, die mit diesem Blog eine Möglichkeit des geistigen Austauschs geschaffen haben. Ebenso ein großes Lob an die kritischen Stimmen. – Beruhigend, dass Ihr da seid. Was ich jedoch sehr oft vermisse, nicht nur hier, sondern generell, ist die Kritik am Ansatzpunkt für Kritik. Der Kalender sollte eher als einer von unzähligen Spiegeln der Gesellschaft interpretiert werden, ebenso wie das T-Shirt oder der Begriff „politisch korrekt“. Rollenverhalten macht die Welt immer schlechter als sie sein müsste und wird uns in die Wiege gelegt. Deshalb regte ich mich tatsächlich letztens über einen völlig anderen Blog auf, den ich hier fand:

    http://www.scilogs.de/blogs/blog/menschen-bilder/2013-01-06/puppenhaus-und-ritterburg-spielen-m-dchen-und-jungen-anders

    Ich fände es darum fair und sinnvoll, wenn sich die Empörung zukünftig eher an alle Eltern richten würde, die uns mit ihren rosa Schlafanzügen für Mädchen, Ritterburgen für Jungen und ähnlichem „geschlechtsspezifischen“ Schnick-Schnack völlig fehl-prägten, und uns so Barrieren bauten, die nie nötig gewesen wären. – Es ist unsere Aufgabe, es besser zu machen und die Barrieren bei uns abzubauen.

    Mit meinen besten Wünschen,

    C.

    P.s.: Übrigens als Anregung für das Get-Digital-Team: Ich hätte großes Interesse an folgenden, zukünftigen, T-Shirts:“Monogamie ist heilbar.“, „Nerd wider Willen“, „Das grösste Sexualorgan des Menschen…“(mit Abbildung vom menschlichen Hirn) und „Wir alle sind Riesen, die von Zwergen erzogen wurden…“(R. A. Wilson)

  • nerdbeere

    Spontan denke ich da an den Comic von xkcd:

    – „Are you coming to bed?“
    – „I can’t. This is important.“
    – „What?“
    – „Someone is *wrong* on the internet.“

    Ich kenne noch den Satz: „Wer sich selbst Nerd nennt, ist keiner; wenns ein anderer tut, dann schon.“

    Die ganze Sexismus-Debatte ist imho sinnlos, da die eine Gruppe zu Gesprächen bereit ist, die anderen aber schlichtweg auf ihr „Recht“ beharren und erst Ruhe geben würden, wenn alles nach ihrer Schnauze passiert.

    Da ist ein Mann halt mal nicht so viel wert wie ne Frau, der ist ja von natur aus sexistisch, is halt ein Mann.

    Hier wird mir auch erzählt, dass ich als „Hete“, heterosexueller Mann eigentlich weniger wert bin als die so aufgeschlossenen Frauen. Wie ich damit umgehe?

    Is mir doch egal. Ich gehe mit Frauen um wie mit allen anderen auch. Mal nett, mal sarkastisch, frei Schnauze halt.

    P.S.: Die Bilder sind schon cool, da regt sich was in mir…

    der Newton, kannte den überhaupt wer? (Apples Handheld), der Mac SE (den hab ich immer noch) und der Atari ST <3 und dieser Joystick. hach.

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