Produkttest: Im Inneren der Tetris Lampe

5. Februar 2013 Gesine Neue Produkte

Die Tetris Lampe war im vergangenen Monat (Januar) dasjenige neue Produkt, das Euch auf Facebook und Twitter am besten gefallen hat.

Schon drei Tage nach Onlinestellung erreichten uns die ersten Kundenphotos, die zeigen, wie sich die Lampe in einer natürlich Umgebung verhält^^

Tetrislampe (Kundenphoto)

Tetrislampe (Kundenphoto)

Wer den Artikel noch nicht kennt, mag sich möglicherweise fragen, was daran so Besonderes sein soll. Noch ne Dekolampe im ohnehin schon gadgetüberfluteten WG-Zimmer? Tut das denn Not? Klare Antwort: Ja.

Bei der Tetris Lampe kannst Du nämlich die einzelnen Blöcke so aufeinander stellen, wie Du möchtest, so dass sie jeden Tag ein bisschen anders aussieht. Einzige Bedingung: Der längliche blaue ‚Stick‘ muss an das Netzteil und das wiederum in der Steckdose eingestöpselt sein und die Steine müssen sich berühren.

Niemand, der Dich besucht, wird widerstehen können, die Tetris Blöcke Deiner Lampe umzusetzen. Das hat zwei signifikante Vorteile: 1. Das häufige Umstellen verhindert ein Einstauben, wie es sonst quasi immer bei Lampen vorkommt und 2. Du hast sofort ein Gesprächsthema, auch mit eher lästigen Gästen wie z.B. Schwiegereltern.

Aber wie funktioniert dieses großartige Gadget überhaupt? Wieso leuchten die Steine, wenn sie sich berühren – es ist doch gar kein Kabel verlegt? Das haben wir für Euch untersucht:Hauptblock mit Netzteil

Tetris Lampe Steine

Wie man sehen kann, haben die einzelnen Blöcke chrom-silberne Rahmen. Deren silberne Beschichtung besteht aus einem elektrisch leitfähigen Material und sorgt dafür, dass der Strom vom Netzteil über den blauen „Versorger-Stick“ an die anderen Steine weitergegeben werden und diese zum Leuchten bringen kann.
Wenn man nun einen der hübschen Tetris-Steine öffnet, findet man darin zwei kleine Platinen vor. (Ausgenommen der blaue Stein, der zusätzlich noch eine Platine für den Stromanschluss besitzt.) Auf jeder dieser Platinen ist eine Leuchtdiode mit Vorwiderstand angeordnet.

Aufgeschraubter Block mit LED

LED

Die Leiterplatten werden in den Steinen derart verbaut, dass die LEDs gegenpolig zueinander betrieben werden. Der folgende Schaltplan veranschaulicht, was ich damit meine. Die mit einem Kreuz markierten Pads stehen übrigens für die von Leiterplatten zu Rahmen.

Schaltplan

Wie funktioniert das Ganze nun im Betrieb?

Das Netzteil liefert eine 5Volt Wechselspannung mit einer Frequenz von 50 Hertz, entsprechend der Frequenz unseres Spannungsnetzes. Dadurch, dass in den Bausteinen die LEDs gegenpolig zueinander angeordnet sind, leuchten sie durch den Wechselstrom angeregt abwechselnd voneinander. Bei der positiven Halbwelle die eine, bei der negativen die andere. Der Wechsel passiert dabei so schnell, dass er für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbar ist (ähnlich wie beim Fernseher z.B.). Es erscheint also so, als würden beide LEDs zeitgleich Licht abgeben.

Daraus folgt, dass die Stromaufnahme eines einzelnen Blockes der Stromaufnahme einer einzelnen LED entspricht – es leuchtet ja immer nur eine. Der genaue Typ der Leuchtdioden lässt sich leider nicht bestimmen, deren Stromaufnahme müssten wir also anhand von Erfahrungswerten auf ca. 25mA einschätzen. Ich habe leider auch kein Messgerät zur genaueren Bestimmung zur Hand :(.

Wenn wir nun zugrundelegen, dass das mitgelieferte Netzteil laut Aufdruck bis zu 500mA liefern kann, dann lässt sich daraus ableiten, dass wir mit nur einem Netzteil ganze 20 Blöcke erstrahlen lassen können. Ihr könnt also mehrere Lampen zu großen Block-Kunstwerken kombinieren, ohne zusätzliche Stromanschlüsse zu benötigen. Übrigens auch blaue Blöcke, diese verhalten sich genauso wie alle anderen. Bis auf den Block mit dem Anschluss sind dann aber alle weiteren Schalter funktionslos.
So, nun wisst Ihr, wie die Tetris Bausteinlampe funktioniert :)
Falls Euch der Artikel gefallen hat, würde ich mich über Feedback freuen, damit ich weiß, ob wir sowas in der Art häufiger bringen sollen :) Wenn noch Fragen offen sind, könnt Ihr die natürlich auch gern stellen :)
Die Tetris Lampe ist leider erst ab Ende März wieder lieferbar, Ihr könnt sie aber hier vorbstellen. Sie kostet 34,95EUR.

Credits: Vielen lieben Dank an Nico für die freundliche Einführung in die ominös-myteriöse Welt der Elektrotechnik und das umfangreiche Korrigieren :)

Tags: Gadget Review, Lampe, LED, Produkttest, Tetris

Gesine

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  • DocThortroll

    Mit diesem Artikel erst den Blog entdeckt. Tolle Sache und werde mich jetzt hier mal weiterumgucken :). btw: Diese Lampe muss ich haben… Zweck des Blogs (Werbung?^^) erfüllt ;).

  • Boris

    Der Bericht beantwortet die Frage nach der Kombinierbarkeit mehererer Lampen, das ist toll :-)

  • Engineer92

    Ich finde so eine Erklärung gut. Das mit dem Wechselstrom hat natürlich den Vorteil, dass man bei den Blöcken nicht auf die Polarität achten muss. Gute Idee! Da kann man echt noch was lernen ;)
    Bitte mehr von diesen Erklärungen!

  • Danke für die Erklärung – die Lampe ist genial. Hier hat sie allen von der Kleinsten (6) bis zum Ältesten (Ü40) schon sehr viel Freude bereitet. :)

  • Ich habe besagte Lampe zu Weihnachten geschenkt bekommen und muss sagen, ich bin schwer enttäuscht.
    Die Idee ist ansich ganz nett. Allerdings wurde bei dem Produkt an diversen stellen gespart! Die LEDs unterscheiden sich stark in der Helligkeit.
    Noch schlimmer: Die Boards sind eigentlich für 2 Widerstände und 2 LEDs konstruiert (wie man hier auf dem Foto sieht). Eigentlich sollten also 4 LEDs in jedem Block sein. Das ist nicht der Fall was bei einigen Blöcken zu flackern mit 25hz führt :( Ich bin jetzt schon eine Weile auf der Suche nach den passenden Komponenten um die Platinen nachträglich zu bestücken und das ganze nutzbar zu machen.

  • dtea

    Schöne Produkterklärung. Nur bin ich etwas unglücklich mit der Wechselspannung.
    Soweit ich weis können die 230V/50Hz aus der Steckdose Herzkammerflimmern verursachen. Keine Ahnung ob das für popelige 5V auch zutrifft…

    Ich hatte bei der Lampe auch DC erwartet. Und im Inneren dann ein Brückengleichrichter mit einer LED. Dann würde das auch nicht mit 50Hz „flackern“.

    • Keine Sorge, 5V reichen nicht aus, um den Körperwiderstand zu überwinden :)

      • dtea

        Ja, hab ich jetzt grade auch mal etwas informiert. Aber DC würde mir trotzdem besser gefallen^^

        • Dann müsste man aber beim Aufbau auf die Polarität achten – so kann man bauen, wie man will :)

          • dtea

            :) nene deswegen hab ich ja auch den Brückengleichrichter dazu
            geschrieben. Damit geht das dann beliebig. Aber mit 5V DC-Netzteil und
            Brückengleichrichter wird dem Hersteller wohl die Elektronik zu teuer.
            5V AC-Netzteil ist ja nur ein Trafo^^

          • Du bekommst trotzdem nur auf einer Seite pos. und auf der anderen eine neg. Spannung … ( http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichrichter#Br.C3.BCckengleichrichter_.28B2.29.28B2U.29 )

            Heißt also, sollte man den Baustein falsch darauf legen, leuchtet (im Falle eine LED fällt aus) gar nichts mehr, ausschalten würde sie sich übrigens auch dauernd (außer man setzt einen Kondensator dahinter …) (siehe Pulsierende Gleichspannung / Kennlinie Leuchtdiode). Mit 5V Wechselstrom kann weder dir, noch deiner Mutter, noch deinem Müsli oder sonst jemandem Schaden zugefügt werden (nichteinmal einer Fliege x.x) und sollte mal eine LED ausfallen, leuchtet die andere trotzdem noch mit 25Hz (40x die Sekunde).

            Noch etwas: die 80 Wechsel in der Sekunde (50Hz) siehst du nicht. Also gibt es da kein „Flackern“ ;)

            Gruß

            Elektroniker für ATuSK in Ausbildung :p

          • dtea

            Anscheinend muss man Elektronik schon studieren um zu verstehen was ich meine. Hab mal den Schaltplan von getdigital.de oben nach meiner Vorstellung gezeichnet.

            Wenn du oben genau liest und dir die Bilder anschaust weist du das im Tetrislicht nur eine Zweig verbaut ist. Siehe Beitrag von operative (https://www.getdigital.de/blog/produkttest-im-inneren-der-tetris-lampe/#comment-789162721).

            Nach meiner Schaltung flackert das ganze mit 50Hz was man dann natürlich nicht sieht. Aber nach meiner Erfahrung sind 20-25Hz leider doch schon fast sichtbar…
            Ums noch besser zu machen kann natürlich noch ein Kondensator hinter den Brückengleichrichter aber naja..
            Wie ich ja schon geschrieben hab ist das ganze dann wahrscheinlich teuerer und entspricht nicht der Gewinnvorstellung des Herstellers.

            Was ich aber dann eben schwach finde ist das was operative in seinem Beitrag beschreibt. Deswegen hab ich auch noch keine Tetrislampe gekauft. Wenn dann schon die Vollausstattung mit 2 LEDs und nicht nur eine.

            Gruß

            Bachelor in Elektro- und Informationstechnik (wenn wir schon die Eier aus der Hose hängen lassen) ;)

          • Also die von dtea gepostete Schaltung würde so funktionieren. Optisches Ergebnis wäre identisch mit in beiden Richtungen bestückten Leiterplatten. Wirklich identisch. Beide Varianten geben ein mit 50Hz pulsierendes Licht ab.

            „Verbessern“ könnte man dteas Schaltung noch in dem man beide Leiterplatten eines Bausteins über den selben Gleichrichter betreibt. Wenn man dann noch einen Kondensator mit ausreichend hoher Kapazität zuschaltet, um die Spannung zu glätten, erreicht man eine nahezu optimale Lichtausbeute.

            Allerdings würde der Preis der elektronischen Komponenten auf ein vielfaches ansteigen (besonders Kondensatoren sind vergleichsweise teure Bauteile) und die LEDs würden, für eine Deko-Lampe, vermutlich zu hell werden.

            Zu den einseitig bestückten Leiterplatten:

            Auch diese leuchten mit 50Hz, nicht wie weiter oben angenommen mit 25Hz. Das Ignorieren einer Halbwelle führt nicht zu einer niedrigeren Frequenz (es sind ja immer noch 50 positive und 50 negative Halbwellen pro Sekunde) sondern zu einem reduzierten Tastgrad, in diesem Fall ca. 50%. Was sich in reduzierter Helligkeit, aber auch längerer Lebensdauer der LEDs äußert.

            @Peter Konietzka:
            50 Hz sind 50 Schwingungen pro Sekunde, nicht 80. Und 25Hz sind 25 Schwingungen pro Sekunde, nicht 40.

            http://de.wikipedia.org/wiki/Hertz_(Einheit)

          • dtea

            :D :D wenn man einmal nicht selbst nachdenkt erzählt man gleich Unsinn. Klar das wär dann 100Hz Flackern… so ist es eben 50Hz.

            Fazit: Die Lichtausbeute ist nicht so „effizient“ aber für den Zweck als Dekolampe haben die das so schon genau richtig gemacht xD

    • Tiga

      ^^ der ist gut :)

    • Marc

      Was willst Du den bei DC mit nem Brückengleichrichter ??? DC ist ja schon gleichgerichtet ???

      • dtea

        Naja angenommen: Rahmen_Links ist Plus und Rahmen_Rechts ist Minus.
        Damit beide LEDs leuchten und es schön hell ist, sollten diese dann parallel und nicht gegenläufig verbaut sein, so wie oben im Schaltplan.
        Damit es nun wieder rum egal ist an welcher Seite die Versorgungsspannung anliegt.

        Verständlich?

  • Martin Rudloff

    Hey, Ihr habt ja mein Foto verwendet <3 Ich fühle mich berühmt

  • Denise

    Ich find die Lampe total geil :-D Danke für den Blogpost! Ich find´s spitze!

  • nameless-ruler

    find den beitrag super, gerne mehr davon :)

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  • DaMerl

    Ich bin im Besitz einer Lampe und bin auch ein wenig enttäuscht. Die Blöcke sind zu leicht, und so ist der Kontakt untereinander nicht immer der Beste. Flackern und verschiedene Helligkeiten sind die Folge. Wirklich plane Flächen der Rahmen hätte diesem Mißstand von Vornherein ausgemerzt. Ich werde da wohl noch ein wenig Abhilfe in Eigenregie leisten müssen. Aber was will man von Made in China auch erwarten? Ansonsten eine sehr schöne Lampe.

  • Pingback: NerdBananen.de | Review: Tetris Lampe()

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