Nachtrag zu: Mit Phönix bei der Gamescom – Die andere Seite.

26. August 2013 Gesine Aktuelles

Gestern hatte ich ja über meine Eindrücke zum Filmdreh mit dem TV Sender Phönix auf der Gamescom geschrieben.

Heute früh bekam ich einen Anruf des Chefs vom Dienst, der die Leitung vor Ort hatte. Er hat mir folgendes erzählt:

  • Zunächst einmal sei die die Sendung von 75 Minuten auf 60 Minuten gekürzt worden, so dass auf vieles verzichtet werden musste, was eigentlich noch geplant war (u.a. daher auch Szenen mit mir).
  • Er sagte weiterhin, dass man natürlich versucht habe, Termine zu machen, das Team aber auf viele Anfragen keine Antwort bekommen habe und man es dann vor Ort versuchen musste. Weiterhin seien auch etliche Termine geplatzt, so dass spontan umstrukturiert werden musste – daher die Verzögerungen bei meinem Drehtermin und das von mir als Chaos wahrgenommene Planungsproblem.
  • Es sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien. Man plane zwar, aber letztendlich käme alles doch häufig anders und dann müsse man spontan umstrukturieren, was nicht immer einfach sei.
  • Man brauche tatsächlich alle am Drehort eingesetzten Personen, auch wenn es für den Außenstehenden nicht so wirkt. Jeder habe seine Aufgabe – der Herr von der Maske zum Beispiel müsse die Art des Make-Ups den Lichtumständen entsprechend wählen, was Erfahrung erfordert, die beiden Assistentinnen müssen u.a. während des Drehs dafür sorgen, dass die Besucher nicht ständig vor die Kamera rennen, Film- und Tonaufnahmen müssen getrennnt von zwei Personen aufgenommen werden, da es da zu viel zu beachten gäbe, als dass sich einer allein auf beides konzentrieren könne.
  • Zum Teil mit World of Warcraft: Der umfangreiche Schnitt sei der verringerten Sendezeit geschuldet und es sei nicht Intention des Senders gewesen, mich als süchtig darzustellen, dies sei auch nicht der Eindruck gewesen, den man von mir gehabt habe. Mit dem zuammengeschobenen Satz von mir „Es ist atmosphärisch sehr gut (…) und es macht süchtig“ habe man nur komprimiert darzustellen versucht, wie großartig ich das Spiel fände – „es macht süchtig“ sei also positiv gemeint, so wie ich es auch dargestellt haben wollte.

Nach diesem Telefonat sehe ich die Dinge natürlich etwas anders – mir wurde während des Drehs nichts erklärt, da man davon ausging, ich wisse, wie es beim Fernsehen laufe und dass die Abläufe mal chaotisch erscheinen, dies aber nicht so sei. Der Chef vom Dienst legte auch großen Wert darauf zu betonen, dass er nicht wie die RTL Reporter sei, sondern dass er schon immer Magazine gedreht habe und dass der unglückliche Schnitt nicht absichtlich so gewählt wurde, um mich schlecht darstehen zu lassen.

Mein persönlicher Eindruck vom Telefonat: Ich bin mir sicher, dass es den Chef vom Dienst ehrlich betrübt hat, dass mein Eindruck eher negativ war und es lag ihm viel daran, das eine oder andere zu korrigieren. Was den Schnitt bei WoW betrifft, so glaube ich ihm auch dieses, nur fürchte ich, dass das Stichwort „süchtig“ das ist, was beim Zuschauer letztendlich hängen bleiben wird (gerade im Zusammenhang mit einem Spiel, bei dem jeder Laie sofort an zombieartige Typen denkt, die ohne zu blinzeln stunden- und tagelang auf den Monitor starren und nur die Finger der linken Hand sowie die Maus bewegen), auch wenn es nicht so beabsichtigt war. Ich nehme an, das passiert, wenn man sich mit dem Thema nicht so gut auskennt und ich denke, dass ich damit leben kann, denn diejenigen, die es betrifft und die Ahnung von der Materie haben, wissen eh, dass es anders läuft.

Noch ein paar Worte zu meinem Verhalten, das in vielerlei Hinsicht nicht richtig war:

  • Während des Messe habe ich mich nicht beschwert. Hätte ich das getan, wäre mir einiges sicherlich schon vorher erklärt worden und es wäre fair gewesen, den Mitarbeitern dadurch die Möglichkeit zu einer Erklärung zu geben.
  • Meine Art zu schreiben ist bisweilen etwas polemisch – ich meine es aber eigentlich nie so böse, wie es dann vielleicht rüberkommt. Es tut mir Leid, dass Sätze wie „die gelangweilten Assistentinnen“ gefallen sind, zumal ich es ja nicht wirklich beurteilen konnte.
  • Menschlich korrekt wäre es darüber hinaus gewesen, beim Team genau zu erfragen, was das alles zu bedeuten hat, bevor ich den Artikel veröffentlicht habe und nicht einfach etwas zu schreiben, ohne dem Team die Option einzuräumen, sich dazu zu äußen. Es tut mir Leid, dass ich dies versäumt habe. Ich habe nicht antizipiert, dass der Artikel ein Problem darstellen würde. Es war nicht meine Intention, den Sender oder die Angestellten schlecht zu machen, ich wollte lediglich auf unterhaltsame Art und Weise meine persönlichen Eindrücke von den zwei Tagen auf der Messe wieder geben, aber niemanden persönlich angreifen. Ich bitte vielmals um Entschuldigung dafür, dass ich da in dem Beitrag daneben gegriffen habe.

Tags: Gamescom, Phönix, World of Warcraft, WoW

Gesine

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  • DerStefan

    Ich kannte Dich und Dein Blog nicht bevor Du durch die Phoenix-Sache in den BildBlog-Kompressor (6 vor 9) gerutscht bist. Aber diese Korrektur mitsamt einer Entschuldigung hat mich sehr beeindruckt! Mal schnell was runterschrubben weil es einem nicht passt – davon quillt das social-media-web nun wirklich ueber. Aber sich auch mal eine Gegendarstellung trauen – Respekt! Ich weiss noch gar nicht wie der sonstige BlogContent so aussieht, aber allein fuer die Groesse hieve ich Euch gern und gespannt in die blogroll. Muss ja auch mal gesagt werden.

    • Xexanos

      Wollte ähnliches schreiben, aber besser könnte ich es auch kaum ausdrücken ;)

  • DerDedelfant

    Bei Anfragen von TV-Sendern oder Produktionsfilmen würde ich immer versuchen schriftlich festzuhalten dass man den Beitrag vorher einmal sehen kann bevor er gesendet wird. Ist unrealistisch, macht keiner. Aber zumindest wissen dann die TV-Vögel dass man um seine Außenwirkung besorgt ist und nicht alles mit sich machen lässt…

    Und überhaupt: Phoenix-Bullshit. Ein TV-Team besteht (auch bei den öff-rechtl.) aus
    einem Kameramann und einem Assistenten. Dann kommt noch ein Redakteur
    dazu und das wars. Zumindest im News-Bereich. Bei größeren Geschichten
    von mir aus noch ein Mensch für das Licht. Maske?! So ein Bullshit. Fürs
    Studio oder für Live-Schalten, aber nicht für ne MAZ. Die verbraten da die Kohlen, damit Sie nächstes Jahr nicht weniger zugewürfelt bekommen. Mehr nicht…

    • ThorstenV

      Selbst wenn die Maske Spezialkenntnisse brauchen sollte, ist nicht ersichtlich, was den Spezialisten, der nunmal vor Ort ist, davon abhalten könnte, sich darum zu sorgen, dass keiner durch’s Bild läuft.

      • quak

        Mann, der ist Spezialist. Der kann höchstens dafür sorgen, dass die die durchs Bild rennen gut geschminkt sind.

        • ThorstenV

          Damit kann ich arbeiten. Da es ja offenbar nicht nur um Fett wegpudern (macht meine Fotografin, in 30 Sekunden und ist im Preis inbegriffen) geht, kann man dem ja den Auftrag geben, die Leute PERFEKT zu schminken. Bis der Künstler damit fertig ist, wird längst woanders gedreht.

    • ckuri

      Der Filmer oben meinte man braucht min. „Kamera- und einen Tonmann sowie einen Aufnahmeleiter“, also wenn man eurer beider Meinung nimmt min. 4-5 Leute. Die Sache scheint also nicht so klar zu sein, wie ihr das darstellt, bei diesen gegenseitigen Widersprüchen.

    • Nils

      Die Krankheit „Ich mache mir Sorgen um mein Image, und außerdem schaut meine Mama und mein Chef und die NSA zu“ führt doch genau dazu, dass die Menschen sich vor der Öffentlichkeit verstecken. Dass die Menschen sich wegducken.

      Wer das Risiko von negativer Berichterstattung minimieren will, bekommt im Zweifelsfall gar keine Berichterstattung. Gar keine Berichterstattung = 0% Risiko. So lautet halt der Deal. That’s media business. :D

      Je mehr Leute sich „vorher absichern lassen“, desto langweiliger und PR-lastiger und kommerzieller werden die Medien. Weil alles inszeniert wird und abgesprochen und geglättet. Nur checken das viele von den Reflex-Medienhatern halt nicht.

      Da ist es natürlich tausendmal besser, medial die Fresse zu halten und weiterhin den Spielekonzernen das Taschengeld in den Rachen zu werfen, als mal vor der Kamera was zu riskieren und – Achtung – selbstbewusst aufzutreten, was zu sagen, egal wie die Journalisten es am Ende zusammen schneiden. ;)

  • Manuel

    Ich hab mir den Beitrag zumindest mal ab Minute 11 angeschaut. Was die Kritik an der Arbeitsweise von TV-Teams angeht – geschenkt, das kann man als Außenstehender wohl nur sehr subjektiv beurteilen.
    Inhaltlich ist das, was da von dir über WoW, die Gamescom und die 3D-Brille gezeigt wird, aber einfach nur schlecht. Ein Außenreporter, der nach eigenen Angaben keine Ahnung von der Materie hat und dazu noch mit fürchterlichem Akzent spricht – wer hat den denn da hingeschickt? Und mal im Ernst: Dich als Expertin zu befragen und dann 5-10 Sekunden-Statements einzubauen, ist einfach nur schlecht. Gerade wenn man das Riesenfass WoW aufmacht, sollte man schon gezielter auf die positiven wie auch die negativen Aspekte (gerade der Suchtfaktor!) eingehen können.
    Insgesamt wirkte der Auftritt recht billig gemacht von Leuten, die keine wirkliche Ahnung haben von dem was sie da eigentlich wollen auf dieser ganzen Messe voller verrückter und Spinner. Und die auch kein wirkliches Interesse haben, hinter die schrille Fassade zu schauen. Schade! Und schade um deine zeit vor allem – aber verbuchs als interessante Erfahrung!

    • GastGastGast

      Ich bin öfter Experte in kleinen TV Beiträgen. Thema spielt hier keine Rolle. Die Sender kommen üblicherweise mit kleinen Teams aus:
      1. Kameramann
      2. Tonmann
      3. Fragender Journalist
      (4. optional: Praktikant, Trägt das Stativ, schweigt am besten)
      Beim Hörfunk reicht ein Journalist, der hält das Mikro selbst. Bei Printmedien ein Journalist ggf. ein Fotograf. Unterschiede in der Zusammensetzung des Teams hab ich bei Sendern (verschiedene öffentlich rechtliche, private) bisher nicht bemerkt. Geschminkt wurde ich auch nur für Studioaufnahmen d.h. Talkrunden. Die Sender sind allerdings unterschiedlich im Umgang mit mir. Mit dem hr und swr würde ich jederzeit wieder drehen, mit Spiegel-TV wegen der Überheblichkeit auch wenn sie nachweisbar Fehler gemacht haben gar nicht, RTL wollte nach dem Vorgespräch nicht mehr, die wollten Krawall.
      Einmal war ich beim Schnitt dabei – kann mir daher den Aufwand ganz gut vorstellen. Mehrfach wurde ich vor der Endfassung noch mal nach der Richtigkeit von Details gefragt. Das Unwissen von Journalisten muss kein Nachteil sein. Produktion mit zum Thema kompetenten Journalisten gehen schneller, die kommen schneller zu dem Punkt um den es geht. Wichtig ist auf jeden Fall das Vorgespräch.

  • Also ich finde den Text den Du geschrieben hast nicht „polemisch“. Du hattest vom gesamten Ablauf einen schlechten Eindruck, das hat Du hingeschrieben – fertig.

    Der CvD darf gerne ein dickeres Fell haben. Ich hab letztes Jahr das hier geschrieben über etwas, was in den Tagesthemen lief – und die Tagesschau hat kurz danach auch noch lustige Fehler gemacht.

    Ich kenne Dich nicht und bin auch nur durch 6vor9 hier aufgeschlagen, aber ganz im Ernst, auch wenn Du erst durch die für Dich negative Aussage über WoW die restlichen Dinge hingeschrieben hast – das hier ist DEIN Forum, hier darfst Du genau wie der CvD hinschreiben, was Du möchtest. Und ganz ehrlich: nichts von dem was Du geschrieben hast, ist falsch – es wirkt nur schlecht für den CvD weil man normalerweise nicht weiß, wie Fernsehproduktionen laufen. So ungefähr wie wenn jemand nichts von WoW weiß und dann nur einen Teilsatz hört, dass das süchtig macht, wenn Du verstehst, was ich meine. Er soll sich mal an die eigene Nase fassen :-)

    So, genug soschl interaction für heute ;-)

  • Filmer

    Hi Gesine, ich kommentiere das jetzt hier mal anonym als jemand, der die „Innensicht“ solcher Drehs kennt … und kann bestätigen, dass Dein Ersteindruck, vor dem Telefonat mit dem CvD, völlig korrekt war. Ich mache regelmäßig Messedrehs für private Auftraggeber, und wir (kleines Team, maximal 3 Leute, denn mehr ist tatsächlich völlig überflüssig) wundern uns immer wieder, wie absurd und dillettantisch die TV-Teams arbeiten. Nein, man braucht all diese Leute beim Dreh nicht, sie stehen idR bloß im Weg. Man braucht einen Kamera- und einen Tonmann sowie einen Aufnahmeleiter, der ein Konzept hat. Ein guter Kameramann geht mit den Lichtverhältnissen so um, dass eine Maske überflüssig wird. Evtl mal etwas Puder, aber dafür braucht man wirklich keinen Puderträger. Dann das Terminchaos: Kennt man vom TV. Wir schaffen es seltsamerweise IMMER, entweder vorher alle Termine klarzumachen oder auf der Messe spontan etwas zu verabreden, Ausfälle gibt es so gut wie nie. Und das sage ich jetzt nicht, weil wir so außerordentlich gut und besser sind, sondern weil es wirklich kein Problem ist, wenn man halbwegs professionell arbeitet. Der Verdacht, dass sich niemand ernsthaft mit Deinen Vorschlägen befasst hat, dürfte zutreffend sein.

    Es
    sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da
    die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien. – See more at:

    http://www.getdigital.de/blog/nachtrag-zu-mit-phoenix-bei-der-gamescom-die-andere-seite/#sthash.RvGbWCwL.dpuf
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    sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da
    die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien. – See more at:

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    Es
    sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da
    die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien. – See more at:

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    • Ali Schwarzer

      Zwei Dumme, ein Gedanke. *hihi*

    • Hans Defino

      Aber Phoenix sendet in HD

  • Ali Schwarzer

    Ich verstehe deinen jetzigen Beitrag so, dass du kneifst. Natürlich sind das viel zu viele Leute. Private schaffen es doch auch mit drei Leuten für Kamera, Ton und Redaktion.

    • thorhh

      Ja, da kommt aber auch nur quark bei raus.
      Guck mal an, wie bei manchen schnellen reportagen die Leute im Licht glänzen; die stehen auch nicht im guten Licht dar.
      Klar, man kann nen 5 min.Bericht zu dritt drehen, aber 75 minuten, da will ich Qualität

      • Ali Schwarzer

        Das ist doch Schwachsinn, dass dabei nur Quark rauskommt. Und niemand sagt, dass alle Drei-Personen-Teams Profis sind. Sagt ja auch keiner von den öffentlich-rechtlichen Entouragen, die ständig losgeschickt werden. Der erste Eindruck von Gesine war schon vollkommen richtig.

  • Filmer

    „Es sei insgesamt schwierig, an so einem Ort einen Beitrag zu drehen, da
    die Bedingungen nur schwer im Voraus einzuschätzen seien.“ Diese Aussage ist blanker Blödsinn. Wer ein klein wenig Messeerfahrung hat, kann die Gegebenheiten sehr gut einschätzen und entsprechend planen.

  • Tusoalsob

    Ich komm auch von 6 vor 9 rüber und wunder mich grad wie viele Gamer da doch mitlesen.

    Aber erst mal möchte ich die meinen tiefen respekt aussprechen dafür das du einen Nachtrag schreibst und auch dein eigenes Handeln in Frage stellst. Das Netz brauch dringent mehr Mentschen wie dich.

    Zum Punkt WoW und Sucht:

    Ich würde da zwar gere der erlkärung glauben schenken, aber das ein Fersehsender nicht weis was das Wort Sucht bei den zuschauern bedeutet im zusammenahng mit Computerspielen, und sogar glaubt das es als Posetiv augefasst werden kann. Finde ich dann doch ein bischen zu viel aufgetragen. Man müsste dazu schon den Redaktören unterstellen das sie nicht wissen wie Meinungen gebildet werden und das kann man bei Phönix eigentlich nicht sagen.

  • Zypri

    Ganz ehrlich: Ich finde den Beitrag richtig schlecht gemacht. Die Qualität ist aus meinen Augen einfach nicht gut. Da haben YouTuber mit viel schlechteren Mitteln und weniger Manpower schon viel qualitativere und auch inhaltlich bessere Sachen gemacht. Das fängt schon bei der Moderatorin an. Ich finde die hat es nicht drauf. Sie nimmt mich nicht mit und interessiert mich nicht für das Thema. Sie wirkt eher so, als habe sie gar keinen Bock da zu sein – und als wolle sie das auch vermitteln. Aber auch andere Beiträge finde ich schlecht gemacht. Vor allem den, in dem du dabei bist. Das leigt nicht an dir, sondern an dem Typen, der von Videospielen offenbar gar keine Ahnung hat.

    Schließlich finde es auch völlig verfehlt bei einem offenbar so stark gekürzten Beitrag einen so langen Part zum Cosplay drin zu lassen. Das hat mich völlig gestört. Und dass direkt nach dem Beitrag die Moderatorin noch Fragen stellt, die im Videoclip vorher schon beantwortet wurden. – Ich habe das Gefühl die Doku wurde nur zusammengeschlampt!

  • TVKritiker

    Ich wurde vor Jahren mal für Akte auf Sat1 interviewt. Aus 3h Dreh wurden 20min Beitrag. Meine Kommentare wurden völlig aus dem Kontext gerissen und so in den Beitrag von Ulrich Meyer eingebettet, dass es möglichst reißerisch klang.

    Also von wegen „war so nicht geplant“.

    Nie vergessen: TV Sender wollen Einschaltquoten, sogar Phönix. Die bekommen sie nicht mit weichgespülten Reportagen, sondern nur mit Reportagen, in denen möglichst viele Reizworte vorkommen und die die Hartz4 Schicht ansprechen. Es ist volle Absicht gewesen, WoW Spieler als süchtig hinzustellen, da dieses Bild sowieso schon verankert wurde in den Köpfen der Menschen. Eine spätere Korrektur oder gar Entschuldigung wird überhaupt nicht mehr beachtet weil es dann schon wichtigere Themen gibt.

  • Legolas

    Ich kann die Moderatorin so gar nicht feiern! Die scheint null Ahnung von der Materie zu haben, jedenfalls macht sie diesen Eindruck. Der Typ der mit Dir gedreht hat, kam mir noch ahnungsloser vor, da würden sogar die Namen der Spiele völlig falsch ausgesprochen. Sollten zu solch einem Event nicht Leute hin geschickt werden, die auch ein gewisses Hintergrundwissen vorweisen können? So hat es doch eher den Charakter eines Oma die zur Gamescom geschleppt wurde und nun umher stolpert um die Zeit rum zu bekommen. Ich glaube auch Du hast dich da ein wenig einlullen lassen, denn nochmal eine negative Presse zu einem Gamescom-Beitrag wollte der Herr am Telefon unter allen Umständen vermeiden!
    Und der Teil über die „Videospielsüchtigen“ ist doch Polemik pur. >Wer damals nichts konnte und war, war beim Zocken der King< Das ist so oberflächlich!
    Ich lasse mich jetzt nicht weiter dazu aus, aber Gamer mit Ratten zu vergleichen ist doch sehr grenzwertig!
    Danke für Deine Beiträge, ich bin auch über 6vor9 hierher gekommen und fand es sehr interessant!

  • Donnerkönig

    Schwierige Ausgangslage. Wenn die einzige Person mit Ahnung vor Ort der Interviewpartner ist, dann sollte man den oft zu Wort kommen lassen und sich die drübergesprochenen Passagen in den Fakten von diesem in den Mund legen lassen. Gute Journalisten und Redakteure sind in der Lage, durch ein intensives Gespräch und viele Nachfragen das komplizierte Fachwissen auf Otto-Normal-Niveau runterzubrechen, ohne den Sinn zu entstellen.

    Ich hatte bisher im wissenschaftlichen Bereich immer solche, die gerne mein Wissen aufgesaugt haben, um ihre Reportagen faktisch richtig zu machen. Ein wenig reißerisch muss es oft sein, aber solange man dabei gut wegkommt, kann ich das vertragen.^^

    Ich vermute mal, die hatten alle NULL Ahnung von Computerspielen oder gar MMORPGs, Cosplay und dem Spaß, den man dabei hat. Für die war das alles total strange und spinnerig und hinter jeder Ecke war noch einer, den man für ein paar Teaserbilder abschießen kann. Stell Dir einfach mal vor, Du sollst einen unvoreingenommenen Bericht über ein regionales Schützentreffen machen…. ICH würde da auch total auf dem Schlauch stehen. Aber wenn jemand dabei ist, der sich auskennt, wäre das mein Anker. Von dem würde ich mich leiten lassen, damit meine Vorurteile und die skurrilen Bilder nicht mit mir durchgehen.

    Wer klug ist, lädt den Experten auch zum Schnitttermin mit ein. Da kann man direkt vor Ort klären, ob man alles richtig verstanden hat oder ob man da totalen Blödsinn zusammengebaut hat. Und das ist auch der Zeitpunkt, um was zu ändern. Wenn das erstmal geschnitten, unterlegt und mit Einblendungen versehen ist und vom Chef abgenommen wurde, geht das auch so raus. Falsch oder nicht.

    Ich würde da auch gar nicht mit Zensur kommen wollen. Die sollen ja ihren Spaß haben und wenn das nicht gerade „Telekolleg Gamescom“ werden soll, an dem sich nur die erfreuen können, die Experten sind, dann müssen sie auch etwas simpler formulieren und reißerische Einspieler reinpacken.

    Haarig wird es erst, wenn die totalen Quatsch (hmm, hab gerade „Quest“ geschrieben, sollte wohl weniger Zeit in Azeroth verbringen…) erzählen und die Aussagen auf den Kopf stellen, um ihre Agenda zu erfüllen. Lauter Deppen, alle süchtig und ziehen sich an wie Comicfiguren, voll krank!! Aber das merkt man hoffentlich schon beim Gespräch bzw. Dreh.

    Beim nächsten Mal ruhig fester auftreten und gleich klarstellen, dass DU der Chef bist, wenn es um Fakten geht. Die können ja gerne Fragen zu ihren Klischees stellen („Macht WoW süchtig?“), die Du dann kurz und richtig beantworten kannst UND das dann auch so gesendet wird.

    Naja, allzu oft macht man das ja auch nicht, daher hat man wenig Zeit, das zu lernen.

    Sehen uns in Orgrimmar, Garrosh klopfen… :-)

  • empörter

    …er sagte doch, dass er Profi ist. Dann ist das Endergebnis auch sicherlich das, was er haben wollte. Ich denke, es ist genau das dabei rausgekommen, was sie haben wollten. Und wegen rechtlich und privat… ich glaube mich an einen genauso hetzerischen Beitrag von ZDF zu erinnern. (Vor einigen Jahren. Damals gings um Killerspiele)

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  • Sebastian Meier

    Hey Gesine – kenn dich noch vom Tischtennis-Spielen oder besser gesagt verlieren (in meinem Fall) an der CAU. Lang, lang ists her.

    Meiner Ansicht nach hättest du dich nicht entschuldigen brauchen: Du hast offen deine Erfahrungen geschildert und da ich selbst bereits desöfteren auf der Gamescom berichtet habe (z. B. für Hartware.net), weiß ich dass es keine große Kunst ist im Vorfeld Termine mit Ausstellern abzumachen und dass alle eher schnell als langsam antworten. Da redet man sich also bei Phoenix meiner Ansicht nach eher raus.

    Auch die Aussagen man habe so ein riesiges Team „gebraucht“ wirken auf mich schwachsinnig. Komischerweise kriegen Magazine wie IGN, Giga oder GameTrailers allesamt mit weniger Personal sowohl inhaltlich als auch technisch besser gemachte Beiträge hin. Meiner Ansicht nach sind das eher die eingefahrenen Strukturen der öffentlich-rechtlichen, die da durchschimmern. Dass das Team natürlich selbst behauptet jeder werde „gebraucht“ ist logisch. Ein Milliardär wird sicher auch sagen er brauche 3 Ferraris, zwei Yachten und fünf Privatjets…Ob man das als „brauchen“ bezeichnen kann, ist allerdings eine andere Frage.

    Viele Grüße aus Kiel von mir

    GMG

  • Roland_09

    „Menschlich korrekt wäre es darüber hinaus gewesen […] nicht einfach etwas zu schreiben, ohne dem Team die Option einzuräumen, sich dazu zu äußen.“
    Äh, ja, schon. Nur, wäre es nicht auch menschlich korrekt von der Gegenseite gewesen, Dir den Sendebeitrag dann zu zeigen, damit Du nicht verkürzt rüberkommst? So von wegen „WoW macht süchtig. Punkt.“ ? In (guten) Printmedien wäre das so üblich.

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