Gamescom 2013 mit dem TV Sender Phönix.

25. August 2013 Gesine Aktuelles

Mit leidvollen Gefühlen denkt jeder Geek an den RTL Bericht zur Gamescom 2011 zurück, in dem sich der TV Sender auf schändlichste und mieseste Art und Weise über Gamer moquiert hat. Obwohl schon 2 Jahre ins Land gegangen sind, hat sich diese Sendung dennoch nicht aus dem kollektiven Gedächtnis verabschiedet – auch die formal korrekte Bitte um Entschuldigung seitens RTL hat nichts daran geändert, dass Fernsehsendungen über die Gamescom hochgradig negativ stigmatsiert sind.

Blizzard Games

Blizzard Games

XCOM

XCOM

Der RTL Fail war es auch, an den ich als erstes dachte, als ich einen Anruf von Phönix erhielt, ob ich nicht als sogenanntes Gamer Girl (wie ich diesen Ausdruck hasse!) auf die Messe kommen und ein bisschen was erzählen möchte.

Aber nun, Phönix ist nicht RTL, es ist ein GEZ-finanzierter, öffentlich-rechtlicher Sender, der kein Interesse daran haben sollte, mich als den letzten Deppen dastehen zu lassen. Daher sagte ich zu.

Der Chef spielt Arkanoid auf einem alten Mac.

Der Chef spielt Arkanoid auf einem alten Mac.

Der Chef beim Zocken auf dem Vectrex.

Der Chef beim Zocken auf dem Vectrex.

In der Retro Area wurde ich zu Geeksisters, Pacman und meiner Meinung zu computerspielenden Frauen befragt, bei der Oculus Rift, der virtual reality Brille, zu meinen Eindrücken beim Testen und bei World of Warcraft ritt der Kommentator natürlich einzig und allein auf dem Sucht-Thema herum – klar, das ist das einzige, was nicht-involvierte interessiert. Schade, denn ich hatte noch einiges mehr zu sagen.

Pandaria Panda

Pandaria Panda

In der "Maske"

In der „Maske“

Ich habe keinerlei TV-Erfahrung (ich besitze nicht einmal einen Fernseher^^) und war sterbensaufgeregt, weswegen ich leider keine Kontrolle über den Ablauf der Interviews gewinnen konnte. Reh im Scheinwerferlicht-Syndrom sozusagen. Blöd für mich, denn als der Beitrag erstmal auf das, was der Sender transportieren wollte (WoW ist gefährlich) zusammengestaucht war, war nichts mehr von dem übrig, was ich zu sagen hatte, außer: WoW macht süchtig. Toll. Facepalm. Was ich in Wahrheit gesagt habe, war in etwa folgendes:

World of Warcraft macht süchtig – aber dies ist nun mal ein Indikator für ein gutes Computerspiel. Das Ding ist nur, dass die meisten anderen Spiele irgendwann enden und man traurig und desillusioniert mit dem Controller in der Hand vor dem Abspann hockt. Wow endet praktisch nie, das ist das Gute daran, oder auch nicht. Dennoch hören die meisten irgendwann mal auf damit, bisher hat noch jeder, den ich kenne, irgendwann keinen Bock mehr gehabt und ins vergleichsweise öde Reallife zurückgefunden, auch wenn Arbeit oder Studium zwischenzeitlich gelitten haben, das alles war immer nur temporär.

Ich erzählte weiterhin, dass ich selbst Jahre nicht mehr gespielt und erst kürzlich wieder angefangen habe – weil ich Lust auf ein MMORPG hatte und es zZ einfach keine brauchbare Alternative zu WoW gibt. Es gibt meiner Meinung nach im Moment kein Spiel, das mit WoW mithalten kann – ich lege zwar große Hoffnungen auf The Elder Scrolls Online, aber das wird ja erst in einem Jahr erscheinen. Außerdem erzählte ich, was gerade WoW von anderen Spielen unterscheidet und dabei so einzigartig und großartig macht.

Während des Filmdrehs

Während des Filmdrehs

Beim Zocken. Leider nur 30 Sekunden^^

Beim Zocken. Leider nur 30 Sekunden^^

Dies alles wurde nicht gesagt. Stattdessen wurde ich dazu benutzt, als „Betroffene“ die allgemeine Meinung, WoW sei so etwas wie eine Droge, zu unterstützen. Das wollte ich natürlich nicht. Sowieso wollte ich lieber ESO antesten, aber da bekamen wir keine Drehgenehmigung.

Insgesamt war die ganze Angelegenheit lausig organisiert. Ich hatte im Vorfeld eine Liste mit Themenvorschlägen eingesendet, was man nicht beispielsweise machen könnte und was warum für den Zuschauer interessant sein könnte, aber das hat sich wohl niemand angesehen, denn keiner hatte auch nur ansatzweise einen Plan davon, was auf der GC gezeigt wurde.

Gestresst.

Gestresst.

Am Donnerstag war es auch noch richtig übel voll...

Am Donnerstag war es auch noch richtig übel voll…

Am ersten Tag wurde ich mehrfach versetzt und mein Drehbeginn schlussendlich vom späten Vormittag auf Abends verschoben – die Messe schloss, bevor wir fertig drehen konnten, so wurde ich noch an einem zweiten Tag benötigt. Für Tag zwei hatte ich ESO und Rayman Legends vorgeschlagen, zwei neue Spiele, aber Rayman passte dem Chef vom Dienst dann spontan doch nicht (am Abend vorher hielt er das noch für eine gute Idee) und bei ESO hatte niemand nach einer Drehgenehmigung gefragt, so dass wir dort abgewiesen wurden. WoW war dann quasi nur noch die Notlösung, denn die ließen das 8(!)-köpfige Fernsehteam freundlich gewähren. (Btw., von den 8 Mitarbeitern waren mindestens 4-5 überflüssig… 2 gelangweilte Assistentinnen? DFQ? Einen Praktikanten, der ausschließlich die Kamera trägt? Einen Mann mit Schminke, dessen Dienste während des ganzen Tages höchstens 10 Minuten benötigt wurden? Da hätte man wirklich einiges zusammenlegen können… aber da öffentlich-rechtliche Fernsehsender keine Unternehmen sind, die den Gesetzen der Marktwirtschaft unterliegen, ist das wohl einfach so.)

Nun gut, ich kann es nicht mehr ändern. Das war meine erste Live-Erfahrung mit dem Fernsehen. Nächstes Mal bin ich schlauer und hoffentlich weniger aufgeregt, so dass ich mehr darauf achtgeben kann, was ich sagen sollte und was nicht :) Möglicherweise ist es aber auch schlichtweg so, dass man sagen kann, was man will, am Ende wird doch alles so hingeschoben und zurechtgeschnitten, dass etwas ganz anderes dabei herauskommt, als man eigentlich wollte, damit es ins Programm passt :(

Hier könnt Ihr Euch den Bericht übrigens in voller Länge ansehen. Ab Minute 11 bin ich zu sehen.

EDIT, 26.08., 11Uhr50: Nach einem Telefonat mit dem Chef vom Dienst, der die Aufnahmen geleitet hat, sehe ich die Dinge nun mit etwas anderen Augen. Hier könnt ihr lesen, was er zu meinen Eindrücken zu sagen hat und dass ich an vielen Stellen mit meiner Einschätzung falsch lag.

Hier bekommt Angi ein Autogramm. Hoffentlich wird das mal was wert sein :D

Hier bekommt Angi ein Autogramm. Hoffentlich wird das mal was wert sein :D

Die Bronies sind überall ;)

Die Bronies sind überall ;)

Noch mal etwas offtopic: Wir hatten ja auf FB und auf Twitter erwähnt, dass ich auf der GC sein würde – tatsächlich haben mich dann auch einige von Euch angesprochen und Hallo gesagt, worüber ich mich riesig gefreut habe :) Danke :) Einen von Euch meinte ich selbst erkannt zu haben, war aber unsicher, ob er es denn nun wirklich war und habe mich dann letztendlich nicht getraut, zu fragen, sorry @advocatus diaboli (Dein Twittername) – manchmal bin ich schon etwas socially awkward :(

Tags: Blizzard, Games, Gamescom, World of Warcraft, WoW

Gesine

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  • paradonym

    Die Hauptsache bei aktuellen Fernseh-Interviews ist echt die Vorbereitung. Wenn feststeht um welche Spiele geredet wird, dann hilft es echt Ausschlusslisten zu schreiben. WoW – größtes Vorurteil? Sucht – also auch wenn explizit nach dem Suchtfaktor gefragt wird nie das Wort Sucht in den Mund nehmen und eher über die Story, oder die Tatsache, dass es ja ein Online-Spiel mit anderen Spielern ist reden. – Dann kommt zwar so etwas wie „Onlinespiel=Sucht“ rüber, aber das ist bei vielen anderen Spielen absolut nicht der Fall und deswegen kann man aus der Aussage nicht das Gegenteil ziehen.
    Fernsehen ist heutzutage nun mal leider hauptsächlich dazu da um Vorurteile zu unterstützen und genau deswegen sollte man dazu relativ wenig „Angriffsfläche“ geben. – Und das geht nur durch Vorbereitung. Wenn vorher nicht genau feststeht, worüber das Interview geht, zur Not ruhig kurzfristig absagen. Als Grund kann man ruhig „Zu Kurzfristig, keine ausreichende Vorbereitungszeit“ angeben…

    • paradonym

      btw. Politiker machen es übrigens genau so, wenn man sie über aktuelle Problemthemen fragt… Stellt euch einfach mal als Beispiel Merkels „Ach, die NSA macht das auch bei uns?“-Aussage vor…

  • Andreas Kern

    Gesine wie die den Satz einfach abgeschnitten haben xDDDDDDDDD
    Warum spielen Sie WoW? Es ist atmosphärisch es macht süchtig -CUT!- Nächste Frage…. DAFUQ kann ich da nur zu sagen….

  • Mantas Vaitkus

    Ich denke das macht kein Unterschied ob Phoenix oder RTL, alle haben nur das eine im Kopf, Einschaltquoten… Alles andere, z.B. dass sie einer immer größer werdenden Gemeinschaft, den Gamern einen lausigen Ruf verpassen ist denen völlig egal, beziehungsweise, wahrscheinlich merken die es nicht mal…

  • DerGole.de

    Und sowas wird mit meinem Geld finanziert. Schrecklich.
    Am besten fand ich „Pro Evolution Sucker“.

    Gesine, ich bin am Donnerstag in einer Tour um den Blizzard und den ESO Stand gelaufen, aber dich habe ich leider nicht gesehen. :-/

  • Tanja

    Wörld of Wörcraft ^^! Es liest sich schlimmer (aber gut), als es am Ende im Beitrag rüberkommt. Bist du während des Interviews wirklich getürmt? Oder sollte das irgendwie Spannung erzeugen, dass dich Mr. „Wörld of Wörcraft“ die ganze Zeit suchte? Ich mag deinen Blog! List sich herrlich flüssig.

    • Tanja

      liest -.-

  • Fee Lizzi

    Die kommen schon mit der Story, die sie erzählen möchten, im Kopf zum Dreh. Dumm nur, dass der Laie (Du…. auch ich hatte das „Vergnügen“ schon) von diesem Drehbuch nichts weiß und auch oft nicht das transportieren möchte, was sie wollen.

  • Andreas

    Hi,
    ich kommentiere hier eigentlich nie aber nun muss ich es wohl ^^
    Bin selbst Gamer, spiele vornehmlich FPS und finde es unerträglich wie selbst der Sender Phoenix der sich ja selbst immer auch auf die Fahne schreibt (durch die Live Übertragungen aus dem Bundestag etc.) transparenz und v.a. Meinungsbildend zu sein. Klar, hier wird dem, der mit diesem Thema nicht all zuviel zu tun hat, die Meinung vor-gebildet!
    Ich könnte grad aus der Haut fahren, wenn die keine Ahnung haben was auf der Gamescom los ist oder wer „Wir“ sind und was „unsere“ Hobbys sind, dann lasst doch dieses Thema einfach ruhen. Ich habe „wir“ bewusst in Anführungsstrichen geschrieben denn das ist das nächste was mich aufregt: Eine Doku über Hobby Eisenbahner; ganz nett, über Angler in Schweden okay; geht es aber um Gamer, Cosplay, Manga etc. heißt es immer „Die“ „DIE“ als währen wir Aussätzige oder eine gefährdete Tierart…wo bleibt die Akzeptanz und Toleranz :(

    Immer wenn ich so etwas sehe macht es mich traurig und wütend zu gleich.…

    Es ist auch immer einfach die „Sucht“ oder den Amoklauf auf die Spiele zu schieben, das spiel das Nagasaki, 9/11 oder die Kreuzzüge ausgelöst hat möchte ich mal sehen! Anstatt die Sozialen Missstände die oft hinter so einem Vorfall stehen zu hinterfragen und etwas daran zu ändern. NEIN, viel zu anstrengend.

    • DerGole.de

      Recht hast du. Der Haken ist echt immer, dass man schnell einen Schuldigen präsentieren muss. Der Junge wurde in der Schule gedemütigt, gehänselt, zusammengeschlagen, fühlte sich missverstanden von allen und hat einen gewalttätigen Vater. Hmmm, der hat aber auch Shooter daheim gehabt. Ja, sagen wir, der hatte Shooter daheim, da muss man nicht mal mehr sagen, dass die Schuld sind, die Meinung hält mittlerweile eh vor.

      Schlimm auch dieser Bericht über WoW – ich spiele selbst WoW, hab auch schon Pausen gemacht, wo ich dann monatelang nicht gespielt habe und manchmal auch wochenlang keinen Bock. In dem Bericht komme ich aber definitiv zu schlecht weg. Der eine Heini sagt zwar einmal kurz „da kommen noch andere Faktoren zu, zocken alleine macht nicht süchtig“ aber der Rest dreht sich fast nur noch um das Thema Sucht. Ich kann manchmal einen ganzen Tag vor dem PC verbringen. Aber wenn das Telefon geht und mein Kumpel sagt „Ey, haste Bock rüberzukommen? Wir grillen.“ oder meine Freundin sagt „Hey, wollen wir einen Film schauen?“ dann mach ich die Kiste aus, egal was ich gerade am Rechner gemacht habe. RL > VL, aber das ist in diesem Bericht einfach nicht gegeben.
      Besser als der RTL bericht war er aber trotzdem, aber gut, das war nicht schwer.

      • Andreas

        Ich weiß nicht ob er wirklich besser war; UNS (hier) ist klar das RTL beleidigend war und Phoenix einfach nur beknackt ^^

        Aber ich glaube Phoenix ist das etwas zu weit gegangen denn sie sagen es nicht wie RTL platt raus sondern irgendwie „netter“ und das gibt dem nicht ganz so involviertem Zuschauer nach dem „Konsumieren“ des Beitrags das Gefühl er habe sich die Meinung selbst gebildet und das spricht dann wieder für das Niveau des Senders gegenüber des privat TV denn Phoenix spiegelt ja die Meinung der Zuschauer wieder.
        Das in Wahrheit der Sender Diese nur impliziert wird den wenigsten klar, denn Objektive Berichterstattung geht ganz anders…

  • Schrödingers Katze

    Wenn du CS:S spielen würdest wärst du eine potentielle Amokläuferin ^^ So ist das nun mal leider, schlecht recherchiert, dämlich zusammen geschnitten und einen Mod, der keine Ahnung von der Materie hat.

  • Capybara

    Sobald der Redakteur/die Redakteurin eine bestimmte Aussage im Kopf hat, kann der Gegenüber selten etwas machen. Ich spreche aus eigener leidvoller Erfahrung.
    Mein Tipp: Immer mit nem Kollegen/ner Kollegin zum Interview gehen, denn der/die kann ggf. dazwischenquasseln, um die Notbremse zu ziehen, wenn es ganz schlimm wird.

  • Tino

    Ich habe mir den gesamten Beitrag „angetan“. Stellenweise war ich von der Moderatorin mehr als genervt. Gerade von Phoenix hatte ich mehr erwartet. Vielleicht sollten die das nächste mal nicht eine „Praktikantin“ oder Aushilfsjournalistin einsetzen.
    Schade auch, was sie aus Gesines Orginialaussagen gemacht haben.
    Das Fernsehen wird schon noch merken, wenn keiner mehr einschaltet, um sich soetwas anzutun.

  • Meri

    geh doch mal mit deinen erfahrungen zu Fernsehkritik. tv! Das könnte für die Zuschauer des Formates recht spannend sein, deine Erlebnisse aus erster hand zu hören, mich würde es zumindest interessieren und freuen dich dort zu sehen :)

  • Nils

    Cooler Beitrag. Ich sehe das Hauptproblem dieser TV-Beiträge darin, dass sie immer noch vornehmlich Fragen nachgehen wie „Was sind Gamer denn so für Menschen?“, als wären es Außerirdische, oder „Was ist die Faszination am Zocken?“. Das ist ungefähr so, als würde man fragen: „Was sind das denn für Menschen, die Sex haben?“

    Gaming ist selbstverständlich geworden und keine Message an sich! Fernsehen als klassisches Oberflächenmedium geht sowieso recht selten in die Tiefe (ich weiß das als Fernsehmacher).

    TV muss den nächsten Schritt machen und in die Analyse einsteigen. Gaming ist vor allem ein Markt. Da würde ich mir mehr Hintergrund wünschen zu Marktteilnehmern, Strömungen (beispielsweise Indie Gaming, was hochspannend ist!) und vor allem dem dahinterstehenden kommerziellen Wettbewerb. Als harte Recherche statt bunter Bilder. Bislang verschenken Phoenix & Co. aber ihre Sendezeit für o.g. Kappes. Das ist sehr schade. :(

  • Fernsehmann

    Ich muss mal den Kommentatoren widersprechen, die glauben dass der Redakteur seine Geschichte vorher im Kopf hatte und dann die passenden Sätze/Bilder dazu gesucht hat. Was man hier sieht ist einfach mega unprofessionelles Fernsehen, ohne Konzept und anständige Vorbereitung. Beliebig aneinandergereihte Bilder. Das mit der „Suche“ kann man meinetwegen als Idee durchgehen lassen, auch wenn die Durchführung natürlich nur peinlich ist.

    Dass da mehrere Personen hinter der Kamera standen ist traurig, wenn man bedenkt, wieviel besser man das auch als Zweier-Team machen kann.

  • Onlinejournalistin

    mein Gott wer hat das geschnitten?! Der Kameraträger-Praktikant!!? Ich bin selbst Videoredakteurin und Gamerin und an dem Video ärgert mich einfach alles!! Die ahnungslose Tussi, der Schnitt, die abgehackten O-Töne.. einfach alles! ARGH!
    Mein Tipp deshalb für deine Zukunft vor der Kamera, weil ich weiß wie redaktionelle Absprachen meistens laufen:
    FRAG VORHER OB DER BEITRAG WIRKLICH ERGEBNISOFFEN IST!!! Klingt krass, ist aber einfach ein Fakt. Allermeistens steht das Ergebnis eines Videobeitrags vorher fest. Das klingt in der Red dann ungefähr so:
    „Hey wir brauchen noch was für unsere Themenwoche Stress/“junge Seite“/bla“
    „Kein Problem, es ist ja gamescom!“
    „Hm, was haben wir darüber zu erzählen?“ (schon leicht genervt)
    „Naja, das Computerspiele immer mehr Anhänger haben und – Aufreger über Aufreger – süchtig machen!“
    „Hm, ja das könnte funktionieren. Aber halt dich nicht so ewig auf ja? Rein, raus, ein paar Verrückte drehen die wie Zombies vorm Bildschirm hocken und fertig.“
    „Ja, Chef“

    (EVENTUELL)
    Am nächsten Tag im Schnitt:
    „Ach Chef, ich war doch auf der Gamescom, die hatten echt coole Sachen da, ich hab jetzt mal noch reingeschnitten, was für ein Familienspaß eine Wii ist und so….“
    (Chef unterbricht beim Videogucken) „Ach was das wird viel zu viel. Mehr als 1 Statement kann der Durchschnittsdeutsche überhaupt nicht verdauen. Hau den Scheiss wieder raus und konzentrier dich auf das was wir ausgemacht hatten. Gamer sind verrückte Suchtis. Aus.“ (Verlässt Raum.)

    So…. jetzt kennst du die ganze traurige, schmutzige Wahrheit über Video/Fernsehen. Vielleicht sollte ich mal ein Buch darüber schreiben, fällt mir gerade auf *hehehehe* Amazon on demand für Leute, die Fernsehen heute nicht mehr verstehen weil es SO DUMM GEMACHT ist *hihi*

    Liebe Grüße, ich hoffe du bist jetzt nicht zu desillusioniert….. -.-

  • Atheism

    Aber mal ernsthaft, mit sowas mußte man doch schon vorher rechnen. Warum läßt man sich dann auf sowas ein? Weltverbesserungsmodus?
    In Sachen Spiele sind alle Fernsehsender mehr oder minder unisono auf gleichgeschaltetem Kurs. Erlaubt ist was Quote bringt, und, in diesem Falle, Games in ein schiefes Licht rückt.
    Ich kann dann nicht nachvollziehen, warum man sich dafür hergibt. Gut, mir fallen schon Gründe ein, aber die lasse ich bewußt unerwähnt.

    P.S. Und man wird nie mit seinen kompletten Aussagen on air gehen, bzw. nur dann, wenn man sich vertraglich umfassende Mitbestimmungsrechte einräumen läßt. Es gibt vermutlich nichts leichteres, als Aussagen zu beliebigen Themen auf etwas zu reduzieren, was zu der eigentlichen Botschaft komplett konträr geht. Inhalte zu verfälschen ist vermutlich die Hauptbeschäftigung beim Fernsehen – alles für die Quote halt.

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